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Welt

Showdown bei den US-Präsidentschaftswahlen

Es gibt zwei Kandidaten, Millionen Jury-Mitglieder und ein weltweites Publikum. Das letzte TV-Duell zwischen Obama und McCain ist ein Höhepunkt im US-Wahlkampf. Einer der Kandidaten geht als Favorit ins Rennen.

Symbolfoto Obama und McCain TV-Duell

McCain will Obama hart rannehmen

Mit der Hoffnung auf eine Wende in der Öffentlichen Meinung geht John McCain in die letzte Fernsehdebatte des Präsidentschaftswahlkampfs mit Barack Obama. Die beiden Kandidaten kommen in der Nacht zum Donnerstag (16.10.2008, 03.00 Uhr MESZ) in der Hofstra-Universität am Rand von New York zusammen.

McCain hatte in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf den Rivalen verschärft. Am Wochenende verkündete er vor Anhängern im Ostküsten-Bundesstaat Virginia, er werde Obama bei der TV-Debatte den "ihr wisst schon was" versohlen. Am Dienstag brachte er seinen demokratischen Konkurrenten mit einem Radikalen aus den 60er-Jahren in Verbindung, der heute Professor ist. Wörtlich sagte er über William Ayers und dessen Frau, ihm seien "dieser alte gescheiterte Terrorist und seine Terroristenfrau völlig egal". "Was mir und dem amerikanischen Volk aber nicht egal ist, ist, ob Obama ehrlich zu den US-Bürgern ist."

Wahlkampfschlager Finanzkrise

Barack Obama mit Ehefrau Michelle (Quelle: AP)

Barack Obama mit Ehefrau Michelle

Auch die letzte Diskussionsrunde mit beiden Senatoren steht voraussichtlich im Bann der Finanzkrise, zumal die Innen- und Wirtschaftspolitik als offizielles Thema festgelegt wurde. Der demokratische Kandidat Obama versucht, die Finanzkrise als Ergebnis einer verfehlten Wirtschaftspolitik der Republikaner darzustellen.

McCain will sich von Amtsinhaber George W. Bush absetzen und mit Vorschlägen zur Wirtschaftspolitik ein eigenes Profil geben - seine Strategie lautet nun, sich anders als Bush und besser als Obama zu präsentieren.

Gute Startposition für Obama

Allerdings hat Obama drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 4. November seine Führung in den Meinungsumfragen weiter ausbauen können. 53 Prozent der Amerikaner wollen ihn als Nachfolger von George W. Bush, während 39 Prozent John McCain den Vorzug geben. Befragt wurden rund 1000 potenzielle Wähler im Auftrag des Fernsehsenders CBS und der "New York Times". Vor einer Woche hatte Obama in einer ähnlichen Erhebung erst einen Vorsprung von drei Prozentpunkten gehabt.

Inzwischen sagen vier von fünf Befragten, ihre Wahlentscheidung stehe fest. 21 Prozent gaben an, ihre Meinung über McCain habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Als Gründe gaben sie meist die Attacken McCains auf Obama und die Entscheidung für die Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin an.

Entscheidungshilfe für Unentschlossene

Sarah Palin (Quelle: AP)

Sarah Palin tut McCain bisher nicht gut

In den USA sind die Fernsehdebatten der Präsidentschaftskandidaten ein unverzichtbarer Bestandteil des Wahlkampfs. Mehrfach konnten sich die Amtsbewerber vor den Kameras ins rechte Licht setzen und so entscheidende Punkte sammeln. Vor allem bei den unentschlossenen Wählern gilt es, kurz vor den Wahlen noch Stimmen zu holen. Humor und Ausstrahlung waren dabei meist wichtiger als die inhaltliche Auseinandersetzung.

Bis zu 100 Millionen Amerikaner sitzen vor den Bildschirmen, um sich alle vier Jahre die zwei bis vier Debatten anzusehen. Seit 1987 kümmert sich eine eigene überparteiliche Kommission um die Ausrichtung der Redeschlachten. (kas)

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