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Interview

Shiweda: "Der Klimawandel kennt keine Grenzen"

Deutschland erforscht gemeinsam mit afrikanischen Staaten den Klimawandel. Davon profitieren beide Seiten, glaubt Anna Shiweda, Vize-Direktorin eines multinationalen Forschungszentrums in Namibia.

Die Bundesregierung will die Zusammenarbeit mit Afrika in den Bereichen Bildung und Forschung neu ausrichten. Kooperationen auf Augenhöhe sollen die gutgemeinte, aber oft paternalistisch daherkommende Hilfe aus Deutschland ablösen. "Unser Ziel ist es. gemeinsam an Forschungsfragen zu arbeiten", sagte Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) auf einer internationalen Tagung in Berlin. Dort legten 400 Fachleute aus Afrika und Deutschland Empfehlungen für die zukünftige Afrika-Strategie für Bildung und Forschung vor.

Ein Modellprojekt sind dabei die beiden Kompetenzzentren für die Erforschung des Klimawandels im westlichen und südlichen Afrika. Sie könnten als Vorbild für weitere Kooperationen dienen, denn sie behandeln nicht nur ein globales Thema - den Klimawandel - sondern ermöglichen auch den direkten Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und afrikanischen Wissenschaftlern. Das geschieht in den multinationalen Forschungszentren WASCAL (Westafrika) und SASSCAL (südliches Afrika). 100 Millionen Euro stellt das Bundesbildungsministerium dafür zur Verfügung. An SASSCAL sind neben Deutschland Angola, Botswana, Namibia, Südafrika und Sambia beteiligt. Der Hauptsitz ist in Windhuk, Namibia. Anna Shiweda ist die stellvertretende Leiterin des Zentrums.

DW: Was bedeutet die Zusammenarbeit mit Deutschland im Bereich Bildung und Forschung für Sie?

Anna Shiweda: Sehr viel. Deutschland ist der wichtigste Geldgeber des Klimakompetenzzentrums im südlichen Afrika. Der Klimawandel kennt schließlich keine Grenzen. Deutschland hilft uns nicht nur mit Geld, sondern unterstützt unsere fachliche Weiterentwicklung im Bereich Klimaschutz und Landnutzung.

Arbeiten Sie auch direkt mit deutschen Fachleuten zusammen?

Ja. Deutsche Experten kommen nach Namibia, Angola, Botswana, Sambia und Südafrika. In Deutschland sind mehrere Universitäten und ein Pool von Wissenschaftlern beteiligt, die zusammen mit uns an Themen arbeiten, die wir selbst definiert haben.

Geht es dabei um den Klimawandel in Afrika oder in der ganzen Welt?

Es geht vor allem darum, wie der Klimawandel unsere Region beeinflusst. Unsere Länder sind alle miteinander verbunden. Wenn es in Angola oder Sambia nicht regnet, leidet Namibia. Es ist sehr wichtig, den Klimawandel als größeres Problem zu begreifen.

Kann Afrika auf diesem Gebiet von der europäischen Forschung profitieren?

Wir lernen voneinander. Es gibt Fähigkeiten, die wir in Afrika nicht haben. Die deutschen Forscher, die über größere Ressourcen verfügen, können uns in vielerlei Hinsicht helfen. Aber sie können auch von unserer Perspektive profitieren.

Was genau können die Deutschen von Afrika lernen?

Die Art und Weise, wie der Klimawandel Afrika und Europa beeinflusst, ist sehr verschieden. Die Deutschen können von uns zum Beispiel lernen, was man gegen die klimabedingte Degradation des Bodens tun kann.

Wie sind die Zukunftsaussichten der Klimakompetenzzentren?

Das Projekt begann 2009. Inzwischen haben wir ein Regionalbüro in Windhuk aufgebaut und rekrutieren das Personal dafür. Wir sind dankbar dafür, dass Deutschland sich weiterhin finanziell engagiert. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass unsere Regierungen zusätzliche Mittel breitstellen, denn das Geld aus Deutschland wird nicht ewig da sein. Die afrikanischen Länder müssen selbst die Initiative ergreifen, um diesen Prozess voranzubringen.

Anna Shiweda ist Vize-Direktorin von SASSCAL und stellvertretende Staatssekretärin im Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Forsten in Namibia.

Das Interview führte Nina Werkhäuser.

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