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Wissen & Umwelt

Shin'ya Yamanaka - In der Ruhe liegt die Kraft

Experten haben den japanischen Stammzellforscher schon seit Jahren auf ihrer Liste. Alle wichtigen Wissenschaftspreise hatte der 50-Jährige schon in der Tasche - es fehlte nur noch der Nobelpreis.

Anfang 2006 kannte noch niemand den bescheidenen Zellforscher aus der japanischen Provinz. Aber das änderte sich auf einen Schlag. Mit seinem kleinen Team war es Yamanaka 2006 gelungen, aus reifen Hautzellen einer Maus Zellen zu züchten, die alle Eigenschaften embryonaler Stammzellen aufwiesen. Als induzierte pluripotente Stammzellen (IPS) werden sie heute in Hunderten Labors auf der ganzen Welt erforscht.

Auch wenn noch nicht alle Einzelheiten bekannt sind, gelten sie schon jetzt als ethisch unbedenkliche Nachfolger der hoch gelobten, aber ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen. 1999 hatte Yamanaka mit seinen Forschungen begonnen. Damals durfte er erstmals ein eigenes Forscherteam an der Kyoto-Universität zusammenstellen. Ein Jahr zuvor waren die ersten embryonalen Stammzellen des Menschen im Labor gezüchtet worden, und so wählte Yamanaka das Modethema 'Embryonale Stammzellen'. Er wollte wissen, was diese Zellen so besonders macht. Was gibt ihnen die Fähigkeit, sich in viele andere Zelltypen zu verwandeln?

Ein junger, kreativer Kopf

Er untersuchte die beteiligten Steuerungsfaktoren, die für die embryonalen Eigenschaften der Zellen verantwortlich sein könnten. Schließlich bestimmte er 24 Kandidaten. Ein Doktorand schlug vor, alle 24 Kandidaten mit Viren in normale Körperzellen einzuschleusen. "Das schien idiotisch", sagt Yamanaka heute: "Aber dann kam meine große Leistung: Ich habe diesen Versuch nicht verhindert." Denn aus Bindegewebszellen der Haut wurden tatsächlich embryonale Zellen. Später konnten Yamanaka und sein Team die Zahl der notwendigen genetischen Faktoren auf vier einschränken, und 2008 gelang die gleiche Verwandlung (Reprogrammierung) auch bei menschlichen Körperzellen.

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