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Politik

"Shelter Now"-Mitarbeiter frei

Nach mehr als drei Monaten Haft in Afghanistan sind die acht westlichen Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now", darunter vier Deutsche, wieder frei. Sie landeten am Donnerstag in Islamabad.

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Georg Taubmann steht die Erleichterung im Gesicht geschrieben

"Das ist ein Wunder, dass wir da unverletzt herausgekommen sind", sagte der deutsche Projektleiter von Shelter Now, Georg Taubmann, bei der Ankunft in Pakistan. Nach Angaben eines australischen Diplomaten ging es den Freigelassenen gesundheitlich gut. Sie seien "natürlich sehr erleichtert".

Vorwurf der "christlichen Missionierung"

Die Taliban hatten Taubmann, seine drei deutschen und zwei amerikanischen Mitarbeiterinnen sowie eine Frau und einen Mann aus Australien festgenommen und ihnen christliche Missionierung vorgeworfen. Auch 16 afghanische Mitarbeiter wurden verhaftet. Ihr Schicksal ist unklar.

Ihnen drohte nach Taliban-Recht die Todesstrafe. Den acht ausländischen Mitarbeitern wurde der Prozess gemacht. Der Prozess wurde jedoch durch die US-Angriffe auf Afghanistan und den Einmarsch der Nordallianz in Kabul vorzeitig beendet. Die Taliban verschleppten die acht Gefangenen nach Ghasni. Die Stadt liegt auf dem Weg von Kabul in die Taliban-Hochburg Kandahar.

Befreiung durch Spezialeinheit

Dort sperrten die Taliban die Shelter-Mitarbeiter zunächst in einen Container und dann in ein Gefängnis. Am Dienstagmorgen sei es zunächst zu Bombenangriffen auf Ghasni und dann zu einem Aufstand gekommen, berichtete Taubmann. "Um 11.00 Uhr kamen Leute von der Nordallianz und örtliche Kräfte und öffneten die Gefängnistore." Nach Darstellung des Auswärtigen Amtes in Berlin übergab ein örtlicher Kommandeur, dessen Zugehörigkeit unklar war, die Shelter-Mitarbeiter an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

Das US-Verteidigungsministeriums teilte mit, dass drei US-Hubschrauber einer Spezialeinheit die acht Helfer auf einem Feld bei Ghasni rund 80 Kilometer südwestlich der afghanischen Hauptstadt Kabul in Empfang nahmen, um sie nach Pakistan zu bringen.

US-Präsident George W. Bush dankte allen in Afghanistan, die bei der Befreiungsaktion geholfen hätten. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, mit der Freilassung gehe "eine bedrückende Zeit der Haft unter schwierigsten Bedingungen" zu Ende.

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