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Musik

Shakira ist 40 - warum wir nicht nur ihr "Waka Waka" brauchen

Die Kolumbianerin hat libanesisch-katalanische Wurzeln und mit ihren Pop-Songs auf Spanisch und Englisch schon sämtliche Verkaufsrekorde gebrochen. In Zeiten ausgrenzender Politik macht ihr weltoffener Sound Hoffnung.

Shakira ist der lebende Beweis dafür, dass 40 zu werden nichts ist, wovor Frauen sich fürchten müssen. Im November erst hat sie ihre neueste Single "Chantaje" veröffentlicht, die sie zusammen mit dem kolumbianischen Sänger Maluma aufgenommen hat. Ihren Fans hat sie eine Aufgabe gestellt: Sie sollen Videoclips hochladen, in denen sie selbst zu dem neuen Lied tanzen und ihre eigenen Hüften schwingen. Sie hat die Aufgabe, wie die meisten ihrer Tweets, sogar in zwei Sprachen getwittert: auf Englisch und auf Spanisch.

Wenn man einen Blick darauf wirft, was unter dem Hashtag #ChantajeChallengeContest gepostet wird, muss man sich bei einigen Videos schon arg fremdschämen. Das zeigt wohl, dass es nicht so einfach ist, Shakiras sexy Hüftschwünge zu kopieren - auch mit 40 Jahren beherrscht sie sie noch perfekt.

Mit ihren taillierten Tops, kurzen Kleidchen sowie ihren erotischen Tänzen und Liedtexten verkörpert Shakira nicht gerade die moderne, emanzipierte Frau. Das gilt auch für ihr anzügliches Musikvideo "Laundry Service", mit dem sie 2001 die US-amerikanische Musikszene stürmte. Es erschien auf dem gleichnamigen Album im nullachtfünfzehn-Pop-Stil.

Nicht gerade die typische Pop-Queen

In Lateinamerika war Shakira zu der Zeit schon lange ein Superstar. Nach ihrem Durchbruch in Nordamerika  "warfen einige Leute die kolumbianischen Sängerin mit deren amerikanische Konkurrentinnen Britney Spears und Christina Aguilera in einen Topf", schrieb das Musikmagazin "Rolling Stone". "Doch die Bandbreite von Shakiras Musik - mit Elementen aus Folk, Einflüssen aus dem Mittleren Osten und traditioneller lateinamerikanischer Musik und einem Fundament aus solidem Rock und Pop - verlieh ihr genau den Grad an Glaubwürdigkeit, der den anderen amerikanischen Teenie-Idolen fehlte."

Und vielleicht war es genau diese Glaubwürdigkeit, neben ihrem Gesangs- und Tanztalent, die sie nicht nur zwangsläufig zum Superstar machte, sondern ihr auch gerade heutzutage, in Zeiten abschottender Politik, eine noch viel wichtigere Rolle zukommen lässt.

Wir können vielleicht nicht tanzen wie Shakiira (siehe #ChantajeChallengeContest), und wir können vielleicht auch nicht singen wie sie, ein Wunderkind, das mit acht Jahren schon seinen ersten Song schrieb. Aber dennoch könnte sie immer noch eine von uns sein.

Exotische Rhythmen durch die Pop-Maschine gedreht

Shakira Isabel Mebarak Ripoll wurde am 2. Februar 1977 als jüngstes von acht Geschwistern im nordkolumbianischen Barranquilla geboren. Ihre Mutter ist Kolumbianerin mit spanisch-katalanischen und italienischen Wurzeln, ihr Vater wurde als Kind libanesischer Einwanderer in New York geboren.

Um ihren eigenen Tanzstil zu entwickeln, konnte die Sängerin auf ihre vielfältigen kulturellen Wurzeln zurückgreifen. Das tat sie zum Beispiel, indem sie sich von ihren libanesischen Einflüssen inspirieren ließ und die Kunst des Bauchtanzes perfektionierte.

Die Salsa-Rhythmen in ihrem Lied "Hips Don't Lie" aus dem Jahr 2006 brachten uns in Gedanken zu den mit Palmen umsäumten Plätzen in Havanna, während "Waka Waka" uns in afrikanische Fußball-Euphorie versetzte. Ihre Single wurde 2010 Titelsong der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika und erzielte bis heute über eine Billion Klicks bei YouTube.

Als UNICEF-Botschafterin und Gründerin der Wohltätigkeitsorganisation "Barefoot Foundation", die kolumbianische Kinder in Armut unterstützt, konzentriert sich Shakiras Engagement eher auf Bildung als auf Politik. Aber in einer Zeit, in der nationale Grenzen aufs Schärfste verteidigt werden und kulturelle Unterschiede zum Mittelpunkt von Konflikten werden, brauchen wir diesen Sound, der es schafft, Barrieren wieder einzureißen.

Shakiras lateinamerikanische Beats sind gespickt mit Elementen aus dem Mittleren Osten und aus anderen Teilen der Welt - sie kommen uns aber angenehm vertraut vor, weil sie durch die internationale Pop-Maschine gedreht wurden. So geben sie uns das Gefühl, Weltbürger zu sein - eben einer, der mit einem Cocktail in der Hand in einem leichten Leinenoutfit durch die Clubs von Miami, Barcelona, Cape Town oder Havanna tingelt.

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