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Aktuell Afrika

Shabaab-Miliz greift UN-Gebäude an

Schwer bewaffnete Islamisten haben in Mogadischu ein UN-Büro angegriffen. Es gab Tote und Verletzte. Die Al-Schabaab-Miliz beweist damit, dass sie trotz aller Rückschläge noch immer Tod und Verwüstung verbreiten kann.

Soldaten am Anschlagsort vor dem UN-Gebäudekomplex (Foto:Mohamed Abdiwahab/AFP/Getty Images)

Somalia Mogadischu Vereinte Nationen Gebäude Anschlag

Die Vereinten Nationen sind in der somalischen Hauptstadt Ziel eines Anschlags von Islamisten geworden. Dabei kamen mindestens 19 Menschen ums Leben. Nach UN-Angaben wurden mindestens neun UN-Angestellte getötet, darunter drei Ausländer. Zur Nationalität der ausländischen UN-Mitarbeiter gab es zunächst keine Angaben. Außerdem wurden nach Polizeiangaben mindestens drei somalische Zivilisten in der Nähe des Komplexes getötet, als sie in die Schusslinie gerieten. Der somalische Innenminister Abdikarin Hussein Guled teilte mit, alle sieben Angreifer seien bei der Kommandoaktion getötet worden - entweder durch die Explosion ihrer Sprengstoffwesten oder durch tödliche Schüsse der Gegenseite.

Zunächst sprengte sich offenbar ein Attentäter vor dem Gebäudekomplex des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) in die Luft. Es habe dort eine schwere Explosion gegeben, sagte Ahmed Hassan, ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, der Nachrichtenagentur dpa.

Heftige Schusswechsel

Anschließend seien mehrere Islamisten, die Militäruniformen trugen, in das Gebäude gestürmt. Dort kam es zu einem heftigen Schusswechsel mit den Sicherheitsbeamten des UNDP. Viele Anwohner flohen in Panik, und mehrere Gebäude in dem Gebiet wurden beschädigt, berichtete der britische Sender BBC. Somalischen Regierungstruppen gelang es gemeinsam mit Soldaten der Afrikanischen Union (AU), das Gelände zu umstellen und den Komplex unter ihre Kontrolle bringen.

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung stehende somalische Shabaab-Miliz bekanntes sich zu dem Angriff auf den UN-Sitz.

UN-Generalsekretär Ban sei "schockiert" über den Angriff, teilte sein Sprecher Martin Nesirky mit. Ban werde regelmäßig über den aktuellen Stand informiert. Der Gebäudekomplex mit Wohn- und Büroeinheiten befindet sich in der Nähe des schwer bewachten Flughafens von Magadischu, dem Stützpunkt der Truppen der Afrikanischen Union in der somalischen Hauptstadt. Das UN-Gebäude wird aber von eigenen Sicherheitsleuten bewacht.

Rückzugsgebiet für Piraten und Islamisten

Die Shabaab-Miliz hatte in jüngster Zeit ihre Angriffe in Mogadischu wieder intensiviert, nachdem Truppen der Afrikanischen Union die Shebab-Kämpfer im August 2011 aus der Hauptstadt vertrieben hatten. Jedoch verübt sie dort nach wie vor blutige Anschläge. Auch im Süden Somalias ist die Miliz weiter aktiv.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Land am Horn von Afrika zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und Piraten.

re/wl (epd, rtr, dpa, afp)