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Deutschland

Sexualisierung gefährdet

Sexualisierung der Gesellschaft – eine Gefahr für Kinder? Ja, meint Cornelia Rabitz

Cornelia Rabitz, Deutsches Programm Kultur

Wir haben uns ja alle längst daran gewöhnt: An die Fotos von Stars und Sternchen in Strapsen und Spitze, Latex und Leder, an all die Popos und Silikonbusen, die Drogenräusche und Alkoholabstürze, an die Gagas und Rihannas dieser Welt, das Quietschen, Kreischen und Stöhnen - den ganzen Trash eben, den die moderne Popkultur so hervorbringt. Und der in vielen bunten Blättern, Internetportalen oder TV-Shows verbreitet wird. Gerne auch von solchen Medien, die – wie eine führende deutsche Boulevardzeitung – sich gelegentlich mit dicken Schlagzeilen aufregen über die angebliche moralische Verrottung unseres Landes. Kein Ende der Heuchelei.

Bei alldem haben wir offenbar vergessen, was die so einfach verfügbaren Bilder, die sexuell aufgeladenen Filmchen in den Köpfen und Seelen unserer Kinder hervorrufen. Mehr noch. Wir haben es zugelassen, dass sie vielfach falschen Vorbildern nacheifern, die ihnen eine frühreife und überall verfügbare Sexualität vorgaukeln, ein Alles-ist-möglich, ein Du-kannst-alles-haben. Grenzüberschreitung ist hier das Thema. Bekannte Rapper propagieren eine kaum verhüllte Frauenfeindlichkeit. Sex und Gewalt gehen eine Beziehung miteinander ein. Porno ist chic. Porno ist alltäglich - vielfach in Familien generationsübergreifend zusammen konsumiert, in einer Atmosphäre der Vernachlässigung, Verwahrlosung, im Sumpf von Alkohol und Gewalt

Hinter all dem steckt auch eine üble Geschäftemacherei, die Vermarktung von Körpern, der Zwang zu einer frühreifen Sexualität, die Hungerkuren, denen sich junge Mädchen unterwerfen, weil sie träumen vom angeblich so schönen bunten Leben auf den Laufstegen und in den Shows. In diesem Business werden Millionenumsätze gemacht. Am meisten verdienen dabei die angehimmelten Idole.

Keine guten Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines positiven Verhältnisses zum eigenen Körper, einer selbstbewussten Sexualität, einer Geborgenheit im Bewusstsein, ein ganzer, ein wertvoller Mensch zu sein. Dass Stephanie zu Guttenberg hierauf aufmerksam gemacht hat, ist verdienstvoll. Aber nur ein Anfang. Sonst werden noch viel mehr Menschen – gaga.

Autorin: Cornelia Rabitz
Redaktion: Hartmut Lüning