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Aktuell Deutschland

Sexskandal bei der CSU

Der zurückgetretene Nürnberger Landtagsabgeordnete Michael Brückner gab zu, Sex mit einer Jugendlichen gehabt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Brückner stammt aus dem Bezirk von Finanzminister Markus Söder.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt nach den Worten einer Sprecherin wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher. Es handle sich um zwei Missbrauchsfälle, die der 51 Jahre alte CSU-Mann Brückner (Artikelbild) an einem Mädchen im Altersbereich von 15 oder 16 Jahren begangen haben soll, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gehe um Sex gegen Geld.

Deutschland CSU-Abgeordneter Michael Brückner Foto: © picture-alliance/dpa/D. Karmann

Der CSU-Abgeordnete Michael Brückner ist in einen Sexskandal verwickelt

In der Erklärung der Anwältin von Brückner heißt es, der CSU-Mann habe sich das erste Mal am Tag vor dem 16. Geburtstag mit dem Mädchen getroffen. "Bei dem zweiten Treffen kam es zum Geschlechtsverkehr." Der Kontakt sei über öffentliche Inserate der Jugendlichen zustande gekommen. "Herr Brückner schämt sich zutiefst für sein Verhalten und dankt seiner Familie für die Unterstützung", heißt es in der Erklärung weiter.

Aufgabe aller Ämter

Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu den Umständen des Kennenlernens der beiden äußern. Erkenntnisse, dass sich das Opfer prostituiert habe, gebe es aber nicht, so Sprecherin der Ermittlungsbehörde. Der seit 2013 im Landtag sitzende Brückner hatte zuvor überraschend seinen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern und Funktionen erklärt und auch sein Landtagsmandat niedergelegt.

Bei Brückner seien bei Durchsuchungen auch Beweismittel wie Computer sicher gestellt worden, die nun ausgewertet würden. Hinweise auf andere Straftaten hätten sich bisher nicht ergeben. Im Fall eines Prozesses drohe dem Politiker eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft.

Brückner stammt aus dem CSU-Bezirk Nürnberg, an dessen Spitze der bayerische Finanzminister Söder steht. Im Bayerischen Rundfunk sagte Söder, er sei sehr schockiert. "Das sind schwere Vorwürfe, es würde sich dabei um schwere menschliche Verfehlungen handeln." Der Rücktritt von allen Ämtern sei folgerichtig. Das Ganze sei aber auch eine persönliche Sache, mit dem Rücktritt sei die Angelegenheit für die CSU kein Thema mehr.

Klassische CSU-Karriere

Brückner war vor 15 Jahren in die CSU eingetreten und hatte dort eine schnelle Karriere zum Kreisvorsitzenden in Nürnberg-Nord und Landtagsabgeordneten gemacht. Außerdem war der Gemüsebauer seit 2007 Präsidiumsmitglied beim Bauernverband und von 2003 bis 2013 ehrenamtlicher Richter am Nürnberger Arbeitsgericht.

cgn/uh (afp, dpa)