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Peinliche Enthüllungen bei US-Elite-Einheit

Sex-Skandal bei US-Marines - Verteidigungsministerium eingeschaltet

"Marines United" (Vereinte Marines) hieß die private Facebook-Gruppe, in der US-Elitesoldaten Nacktfotos von Kameradinnen kommentierten - ohne ihr Wissen. Jetzt greift Verteidigungsminister Mattis hart durch.

US-Marines Frauen (Getty Images/S. Olson)

US-Marines beim Training im US-Bundesstaat South Carolina

Der Naval Criminal Investigative Service (NCIS) ermittelt. Die entsprechende Facebook-Seite ist deaktiviert. Bisher ist unklar, wie viele Personen in den Sex-Skandal verwickelt sind. Doch berichtete ein Insider der Nachrichtenagentur AP, eine Person sei bereits entlassen worden. Die Ermittlungen des NCIS richten sich dem Vernehmen nach derzeit hauptsächlich gegen zwei Verdächtige, die die Bilder verbreitet haben sollen. 

Verteidigungsminister James Mattis teilte in einer Stellungnahme mit, die angeblichen Handlungen stellten eine empörende Verletzung der fundamentalen Werte dar, "die wir beim Ministerium hochhalten". Fehlender Respekt vor der Würde und der Menschlichkeit von Kameraden und Kameradinnen innerhalb der Streitkräfte sei nicht akzeptabel. "Wir werden ein solches Verhalten weder entschuldigen noch tolerieren."

Erika Butner Marine-Corps-Veteranin (Reuters/M. Blake)

Die betroffene ehemalige US-Elitesoldatin Erika Butner (r.) wehrt sich inzwischen mit ihrer Anwältin gegen die Verleumdungen und Anfeindungen

Mehr als 20 Soldatinnen als Opfer identifiziert

Die Marine-Infanterie gilt als Elite-Truppe der USA. Männliche Marines hatten auf der Seite im Internet teilweise heimlich gemachte Nacktfotos sowie pornografisch anmutende Videos von Soldatinnen und von Ex-Freundinnen der Marines geteilt und unflätig kommentiert. Mehr als zwanzig aktive, weibliche Militärs konnten inzwischen anhand ihrer Fotos identifiziert werden. Dazu sollen weitere Frauen kommen, die inzwischen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind.

Etwa 30.000 Personen sollen der Gruppe im Netz gefolgt sein. Die Frauen wurden nach der Veröffentlichung ihrer Bilder immer wieder unflätig belästigt und beschimpft. Die Männer hingegen erhielten Lob.

Eine Betroffene, die das ehrenvolle Marine Corps vor einigen Jahren verlassen hat, zeigte sich erleichtet, dass "endlich jemand den Mund aufgemacht hat über das, was weiblichen Marines im Job geschieht".

se/kle (dpa, ap)