1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Seuchengefahr wegen Balkan-Hochwasser

In den Hochwassergebieten auf dem Balkan bleibt die Lage angespannt. Die Behörden warnen vor dem Ausbruch von Seuchen und freigespülten Kriegsminen.

In Serbien wird eine neue Flutwelle befürchtet: Der Fluss Save könnte dort - wie vorher schon in Kroatien und Bosnien-Herzegowina - über die Ufer treten. In anderen Regionen des Balkans ging das Hochwasser dagegen etwas zurück.

Seuchen und Minen

Die Behörden warnten vor dem Ausbruch von Seuchen in den Überschwemmungsgebieten. Sollten die Temperaturen auf sommerliches Niveau steigen, dann drohten Epidemien, wenn die überschwemmten Gebiete nicht bald gesäubert werden. Insbesondere Tierkadaver im Wasser könnten zu Krankheiten wie Typhus oder Hepatitis führen.

Gefahr geht auch von freigespülten Kriegsminen aus dem Bosnien-Krieg in den 1990er Jahren aus. Das Minenaktionszentrum (MAC) in Sarajevo warnte, Wasser und Schlamm könnten verborgene Minen hochspülen und forttragen. Selbst wenn der Zündmechanismus feucht sei, sei eine Mine immer noch eine Gefahr. Die Experten schätzen, dass allein in Bosnien-Herzegowina noch etwa 120.000 Landminen liegen. In Kroatien wird die Zahl der Sprengkörper auf 13.000 geschätzt.

Gewaltige Schäden

In Bosnien ist inzwischen mehr als ein Viertel der Bevölkerung von den Fluten betroffen. Eine Million Menschen hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, teilte Außenminister Zlatko Lagumdzija mit. "Die Schäden sind gewaltig", sagte er. In den betroffenen Ländern Serbien, Bosnien und Kroatien stieg die Zahl der Toten auf über 40.

In Serbien sind rund 600.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen, 25.000 wurden evakuiert. In Belgrad stapelten tausende Einsatzkräfte und freiwillige Helfer Sandsäcke entlang der Save, die dort in die Donau mündet.

Internationale Hilfe

Unterdessen traf weitere internationale Hilfe ein, darunter Teams aus Russland, den USA und der Europäischen Union. Mehr als 400 Helfer aus EU-Ländern seien bereits an Ort und Stelle, sagte EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa in Brüssel. Die Überschwemmungen in der Region sind die schlimmsten seit einem Jahrhundert.

det/sosa (afp, dpa, rtr)