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Fokus Osteuropa

Serbischer Präsident zu Gast in Berlin

Belgrad ist zum Dialog mit Pristina bereit. Und zwar zu direkten Gesprächen zu konkreten Fragen. Dies versicherte Serbiens Präsident Boris Tadic am 31. Mai in Berlin Bundeskanzler Gerhard Schröder.

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Deutschland ermutigt Präsident Tadic zum Dialog Pristina-Belgrad

Tadic sagte nach dem Treffen, er habe mit Schröder zahlreiche Formen der bilateralen Zusammenarbeit erörtert – von der Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen bis hin zur Kooperation der Parlamente und Regierungen. Bei allen Themen hätten ihre Positionen weitestgehend übergeeinstimmt.

Kosovo: "Weniger als Unabhängigkeit – mehr als Autonomie"

Tadic habe Kanzler Schröder bekräftigt, dass er sich für den Erhalt der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro einsetze, weil dies der beste Weg für die europäische Integration sei. Ein zentrales Thema sei auch die Kosovo-Politik. Tadic sagte: "Für Serbien ist jegliche Form der Unabhängigkeit von Kosovo und Metohija unannehmbar. Allerdings ist Serbien gewillt, eine absolut engagierte und aktive Politik im Kosovo zu führen, indem es einen demokratischen, direkten Dialog mit den albanischen Institutionen, Vertretern des albanischen Volkes in Kosovo und Metohija eröffnet". Serbien möchte ferner eine Lösung finden, die für alle Seiten annehmbar sei und zur Stabilisierung der gesamten Region beitrage. "Wir brauchen eine neue rechtspolitische Lösung fürs Kosovo nach dem Prinzip ‚weniger als Unabhängigkeit – mehr als Autonomie‘. Alle müssen etwas bekommen und keiner kann alles bekommen", so Tadic.

Konkrete Lösungen für konkrete Probleme

Ihm zufolge ermutigte Deutschland zu einem Dialog Pristina-Belgrad. Tadic habe bereits seinen kosovarischen Amtskollegen Ibrahim Rugova zum Dialog aufgefordert, der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica signalisierte seinerseits Gesprächsbereitschaft gegenüber Kosovo-Premier Bajram Kosumi. "Wir erwarten eine positive Reaktion der albanischen Politiker. Wir haben Geduld. Unser Bedarf nach einem direkten Dialog ist einfach ein europäischer Standard und die logische Voraussetzung für bestimmte Lösungen", sagte Tadic. Er räumte allerdings ein, dass aus dem Beginn dieses Dialogs kein Spektakel werden dürfe. "Wir müssen vielmehr unsere ganze Aufmerksamkeit und Energie darauf richten, konkrete Lösungen zu finden. Die Menschen haben nämlich sehr konkrete Probleme im Kosovo". Noch immer würden Menschen vermisst, die ethnischen Rechte der nationalen Gemeinschaften in Kosovo und Metohija seien nicht gewährleistet. Kirchen seien zerstört und verbrannt, ebenso wie Häuser. "Lasst uns diese Probleme gemeinsam lösen und auch die Bewegungsfreiheit wiederherstellen, denn das sind elementare Probleme, ohne die keiner eine Zukunft in Europa hat", erklärte Tadic.

Dies war bereits der zweite Berlin-Besuch von Tadic in nur einem Monat. Bei diesem Besuch versäumte es Tadic auch nicht, die gute Zusammenarbeit mit seinen Gastgebern zu loben. Eine Kooperation im Bereich Verteidigungsindustrie sei bereits initiiert und nun sei die technische Kooperation konkretisiert worden. Sie habe bereits positive Resultate für Serbien-Montenegro erbracht. Die Treffen mit deutschen Politikern erbrächten immer konkrete Resultate, resümierte Tadic.

Anila Shuka, Filip Slavkovic
DW-RADIO/Serbisch, 31.5.2005, Fokus Ost-Südost

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