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Aktuell Europa

Serbische Spitze in Srebrenica?

8000 Muslime wurden 1995 in der Stadt durch bosnisch-serbische Truppen getötet. Seit diesem Massaker musste der Bürgermeister stets ein Muslim sein. Nun könnte bei den Wahlen ein Serbe den Sieg davontragen.

Überschattet von anhaltenden ethnischen Spannungen sind mehr als drei Millionen Bürger in Bosnien-Herzegowina zu Kommunalwahlen aufgerufen. Besonderes Augenmerk liegt bei dem Urnengang auf Srebrenica, wo bosnisch-serbische Truppen 1995 mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen getötet und tausende Zivilisten vertrieben hatten. Dort zeichnete sich wegen geänderter Wahlgesetze ein Sieg der serbischen Volksgruppe ab. Bisher war gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Muslim Bürgermeister der ostbosnischen Stadt werden muss.

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Kommunalwahlen in Bosnien

Beobachter rechnen ansonsten mit wenig Überraschungen. Eben weil Muslime, Serben und Kroaten im Land tief zerstritten sind, dürfte überall dort, wo eine der drei Volksgruppen in der Mehrheit ist, deren Kandidat siegen. In der zwischen Muslimen und Kroaten geteilten Stadt Mostar fiel die Wahl aus, weil sich die beiden Volksgruppen nicht auf ein neues Wahlgesetz einigen konnten.

Serben stellen Zahlungen an Armee ein

In ganz Bosnien-Herzegowina bewerben sich rund 550 Kandidaten um 140 Bürgermeisterposten. Mehr als drei Millionen Wähler sind zu der Abstimmung aufgerufen. Erste Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag erwartet.

Der Ministerpräsident der Republika Srpska, Milorad Dodik (Foto: AP)

Der Ministerpräsident der Republika Srpska, Milorad Dodik

Der Ministerpräsident der serbischen Landeshälfte "Republika Srpska", Milorad Dodik, hatte erst am Freitag angekündigt, als ersten Schritt zur Abspaltung von Bosnien-Herzegowina die Zahlungen für das Militär einzustellen. In einem Gespräch mit der Belgrader Zeitung "Novosti" wiederholte er den Wunsch seiner Landsleute nach Abspaltung, weil "das Haltbarkeitsdatum Bosniens schon längst abgelaufen" sei. Heute hänge das Balkanland an der Infusion der internationalen Gemeinschaft, die allein noch der Fiktion eines gemeinsamen Bosniens von Muslimen, Serben und Kroaten anhinge, so Dodik weiter.

sti/pg (afp, dpa)

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