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Aktuell Europa

Serbische Minderheit will Unabhängigkeit von Albanern

Serbien und Kosovo haben bereits dem EU-Vorschlag zur Normalisierung ihrer Beziehungen zugestimmt. Dieser wird aber weiter von der serbischen Minderheit im Kosovo abgelehnt, die nun ihre Unabhängigkeit erklären will.

Demonstranten halten einen Banner mit dem Wort Kosovo während einer Kundgebung in Belgrad (Foto: AFP)

Protest in Belgrad Kosovo Serbien Flagge

Zwei Tage nach Serbiens Annahme des Normalisierungsabkommens mit dem Albaner-Staat Kosovo formiert sich dort breiter Widerstand. Die vier serbischen Gemeinden im Nordkosovo wollen sich Anfang kommende Woche für unabhängig erklären und ein eigenes Parlament ins Leben rufen, kündigte Serbenführer Marko Jaksic in einem Gespräch mit der Belgrader Agentur Beta an. Man wolle sich dann als "Autonome Provinz" dem Mutterland Serbien anschließen.

Das sei die Antwort auf das von der EU vermittelte Abkommen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo, sagte Jaksic weiter.

Am Sonntag hatte die serbische Regierung in Belgrad der Übereinkunft endgültig grünes Licht gegeben. Sie sieht eine weit gefasste Selbstverwaltung der Serben vor, die sich jedoch in den Kosovo-Staat eingliedern müssen. Das lehnt die Minderheit strikt ab.

Zunehmender Widerstand

In der Kosovo-Hauptstadt Pristina machte am Montag die oppositionelle Parlamentspartei "Vetevendosje" (Selbstbestimmung) gegen das Abkommen Front.

Einer Autonomie der serbischen Minderheit in Nordkosovo könne nicht zugestimmt werden, erklärte die drittstärkste politische Kraft im Lande.

Vertreter der Kosovo-Serben hatten schon in den vergangenen Tagen angekündigt, sie wollten die Umsetzung des Abkommens boykottieren und sich nicht an den für Oktober geplanten Kommunalwahlen beteiligen.

In der Umsetzungsvereinbarung werden enge Zeitrahmen gesteckt. So sollen schon bis Ende des laufenden Monats bilaterale Gremien gebildet werden, die die Autonomie für die Kosovo-Serben in der Polizei und in der Justiz ausarbeiten.

GD/SC (dpa, afp)