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Fokus Osteuropa

Serbiens Präsident im Kosovo

Boris Tadic hat das Kosovo besucht. Neben dem Sitz der UN-Verwaltung in Pristina waren serbische Enklaven dort sein Ziel. In der geteilten Stadt Mitrovica kündigte er seinen erneuten Besuch an.

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Boris Tadic will seine Landsleute im Kosovo unterstützen


Seinen zweitägigen Kosovo-Besuch der serbischen Siedlungsgebiete hat Serbiens Präsident Boris Tadic Montag abend (14.2.) im serbischen Teil von Kosovska Mitrovica beendet. Unter hohen Sicherheitsmaßnahmen wurde Tadic in dieser Stadt von mehreren hundert Serben empfangen. Er zog dort ein Resümee nach dem Besuch von mehr als zehn serbischen Enklaven. Ihm zufolge ist die Lage der Serben in diesen Orten unterhalb jeglicher zivilisatorischen Mindestanforderung. Serbien könne durch eine aktive Politik die schlechte Situation der noch im Kosovo verbleibenden Serben verbessern.

Schutz für serbische Enklaven

Nach Einschätzung des serbischen Präsidenten sind für die Kosovo-Serben Wirtschaft und Beschäftigung Schlüsselfragen, weil dies der Grund für ihren Verbleib im Kosovo wäre. Tadic wiederholte seinen Standpunkt, dass das Kosovo kein unabhängiger Staat werden könne und dies inakzeptabel für die Serben sei. Ferner beabsichtige er, von der internationalen Gemeinschaft den Schutz einzelner serbischer Enklaven und Klöster zu fordern. Serbien würde zudem in die diplomatische Offensive gehen, um die Weltöffentlichkeit über die tatsächliche Lage im Kosovo zu informieren.

Friedliche Töne

Präsident Tadics Botschaft an Pristina und die internationale Gemeinschaft ist, dass „ich zu einem Friedensbesuch gekommen bin, um politische Lösungen zu suchen, niemanden anzugreifen, auf Probleme hinzuweisen die legitimen, nationalen und staatlichen Forderungen hervorzuheben und die legitimen, nationalen und staatlichen Interessen zu verteidigen, die niemand anders für uns umsetzen kann. Wir gefährden niemanden durch unsere Existenz. Serbien wird weder heute noch morgen oder in der Zukunft eine Politik führen, die andere gefährdet. Ebenso wenig werden wir es zulassen, dass Serbiens Kapazitäten und sein Potential ruiniert und zerstört wird, weil dieses Potential zur Stabilität in Südosteuropa beiträgt.“

Der serbische Präsident sagte abschließend, dieser Besuch bärge ein hohes Sicherheitsrisiko, er habe indes keinen Moment daran gezweifelt, ob dieser Besuch auch stattfinden soll. Tadic kündigte ferner an, das Kosovo erneut zu besuchen. An beiden Tagen des Aufenthalts der Delegation des serbischen Präsidenten im Kosovo, begleitet von rund 50 in- und ausländischen Journalisten, wurde der Konvoi von Albanern in Pristina, Djakovica und anderen Orten mit Steinen, Eiern und Schneebällen beworfen.

Zoran Vlaskovic, Kosovska Mitrovica

DW-RADIO/Serbisch, 15.2.2005, Fokus Ost-Südost

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