1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

"Serbien und Montenegro" als Staatenbund

Aus Jugoslawien soll ein Bund der zwei nahezu unabhängigen Staaten "Serbien und Montenegro" werden. Einen entsprechender Vertrag wurde am Donnerstag (14.3.) unterzeichnet.

default

Brückenschlag für beiderseitiges Entgegenkommen

"Das ist ein neuer Beginn", sagte der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica nach der nächtlichen Gesprächsrunde mit dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana. Es sei eine Einigung erzielt worden, die für Serbien und Montenegro, Europa und die ganze Region akzeptabel sei. Serbien und Montenegro hätten bereits ja gesagt zu gemeinsamen föderalen Institutionen. Im Herbst werde dann über eine neue Union "Serbien und Montenegro" abgestimmt. Diese soll dann zunächst für drei Jahre bestehen.

Gemeinsame Sache mit Hürden

Außen- und Verteidigungspolitik soll in gemeinsamer Verantwortung bleiben. Währung, Zollsystem und Wirtschaftspolitik werden künftig in eigener Regie betrieben. Bis zuletzt galten besonders wirtschaftliche Fragen des neuen Staatenbundes als problematisch. Nach der D-Mark hat Montenegro den Euro eingeführt, in Serbien ist weiterhin der Dinar im Umlauf. Auch die unterschiedlichen Zollsätze der Republiken verursachen Schwierigkeiten.

Die EU vermittelt - Montenegro kompromissbereit

Das kleinere Montenegro hatte bisher die Unabhängigkeit angestrebt, was die EU aber ablehnte. Deshalb war Brüssel seit Jahren bemüht, die Einheit Jugoslawiens auf der Grundlage einer neuen Verfassung zu erreichen, die den beiden Bundesländern eine größere Autonomie als bisher zugesteht. Die Parlamente Jugoslawiens, Serbiens und Montenegros müssen das Abkommen noch ratifizieren. Kostunica würdigte die kompromissbereite Haltung des montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic.

Starker Wunsch nach Unabhängigkeit

Präsident Djukanovic steht unter dem Druck der Unabhängigkeitsbewegung in Montenegro. Zugleich ist das Land aber auf wirtschaftliche Hilfe aus dem Westen angewiesen. Montenegro und Serbien sind die beiden letzten jugoslawischen Teilrepubliken. Kroatien, Mazedonien, Slowenien und Bosnien haben bereits vor Jahren ihre Unabhängigkeit erklärt. In Serbien leben rund zehn Millionen Menschen, in Montenegro etwas mehr als eine halbe Million. Sie stehen dem Staatenbund mit Serbien eher skeptisch gegenüber. (arn)

WWW-Links