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Fokus Osteuropa

Serbien: Junge Menschenrechtler gedenken Srebrenica-Massaker

Viele junge Serben wissen nicht, was vor 14 Jahren in Srebrenica geschah. Nun hat sich eine Initiative gegründet, die aufklären und erinnern will – bis der letzte Verantwortliche des Massakers gefasst ist: Ratko Mladic.

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Fotoausstellung über das Srebrenica-Massaker

Die Jugendgruppe des Helsinki-Komitees für Menschenrechte in Serbien hat beschlossen, in Novi Sad jeden 11. im Monat des Massakers von Srebrenica zu gedenken: Sie will so lange Aktionen wie Ausstellungen, Filmvorführungen und Gespräche zum Thema Völkermord in Srebrenica organisieren, bis Ratko Mladic, der letzte für das Massaker verantwortliche und noch flüchtige mutmaßliche Kriegsverbrecher, gefasst ist. Auftakt der Veranstaltungsreihe ist die Fotoausstellung „Srebrenica – 14 Jahre danach“. Die Fotografien sind bei einem Besuch von Srebrenica entstanden und bieten Basis-Informationen über dieses Verbrechen. Die Initiatoren wollen gezielt junge Menschen ansprechen.

„In die EU ohne Kriegsverbrecher“

Einer der Aktivisten des Helsinki-Komitees, Nebojsa Djeric, sagte der Deutschen Welle: Die Jugendvertreter des Komitees wollten ihren Beitrag leisten und den Familien der Opfer helfen, für die auch 14 Jahre nach dem Völkermord die Agonie nicht vorüber ist.

Bosnien und Herzegowina Beerdigung

Alljährliche Beisetzung der identifizierten Opfer

„Ich wünsche mir, wenn wir uns schon in Richtung Europäische Union bewegen, dass wir in die EU eintreten als eine Gesellschaft, ohne Menschen, die wegen Kriegsverbrechen angeklagt sind, dass wir Mitglied werden ohne Kriegsverbrecher. Ich möchte einfach nicht in der gleichen Gesellschaft mit solchen Menschen leben“, sagt Djeric.

Junge Generation weiß wenig über Srebrenica

Ana hat die Gedenkstätte in Potocari bei Srebrenica besucht: „Es sind mehr als 8.000 Menschenleben, mehr als 8.000 Menschen sind fort, vom Erdboden verschwunden.“ Ana findet, dass eine Entschuldigung in Form einer Deklaration nicht ausreicht als Geste für die Angehörigen der Opfer des Völkermords. „Meiner Meinung nach ist eine Entschuldigung nur ein erster kleiner Schritt. Fraglich ist auch, ob sie ehrlich gemeint ist und ob nicht vielmehr konkrete Handlungen, wirkliche Schritte zum Aufbau einer besseren Gesellschaft beitragen“, so Ana. Die 20-jährige Tinde hat sich die Ausstellung mit den furchterregenden Fotografien angesehen: „Diese Fotos muss man gesehen haben, weil sie ungewöhnlich sind. Es heißt, es geht um Srebrenica 14 Jahre danach.“ So genau weiß sie jedoch nicht, was damals in Srebrenica geschehen ist. „Aber jetzt werde ich alles erfahren. Ich glaube, meine Generation hat nicht viel davon mitbekommen. Wir haben sehr wenige Informationen“, sagt sie.

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Es geht weiter bis Mladic wirklich hinter Gittern ist

Die Jugendgruppe des Helsinki-Komitees hat die nächste Aktion für den 11. September angekündigt. Die Initiatoren rechnen damit, dass ihr Projekt wohl lange Zeit fortbestehen wird. Sie glauben nicht daran, dass die Behörden in Serbien entschlossen sind, Ratko Mladic zu verhaften.

Autoren: Dinko Gruhonjic / Mirjana Dikic

Redaktion: Birgit Görtz

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