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Aktuell Welt

Separatisten zufrieden mit ihrer Abstimmung

Die ostukrainischen Separatisten bejubeln ihr von den westlichen Staaten nicht anerkanntes "Referendum". In der Region gehen die Kämpfe weiter. Dort sollen nach eimem Zeitungsbericht US-Söldner Firma im Einsatz sein.

Lange Schlangen bildeten sich vor einigen, teils provisorisch eingerichteten Stimmlokalen in der Ostukraine, wo die Menschen über den Status ihrer Region abstimmen. In der 500.000-Einwohner-Stadt Mariupol sollen die Menschen vor den acht Stimmlokalen zum Teil mehrere hundert Meter lang anstehen. Bei dem von prorussischen Separatisten organisierten sogenannten Referendum sollen sie mit Ja oder Nein auf die Frage antworten, ob sie die Selbstbestimmung in den ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk unterstützten. Wie weit diese "Selbstbestimmung" gehen soll, ist unklar. Donezk und Luhansk zählen rund 6,5 Millionen Einwohner.

Die ostukrainischen Separatisten zeigten sich mit dem Verlauf der Abstimmung äußerst zufrieden. In der Region Luhansk hätten sich bereits zwei Drittel der Wähler an dem "Referendum" beteiligt, sagte der "Wahlleiter" Alexander Malychin am Sonntag der Nachrichtenagentur Interfax. Gleichzeitig räume er ein, dass in mehreren Bezirken im Norden der Region keine Stimmabgabe möglich sei.

Unabhängige Berichte über den Verlauf des sogenannten Referendums liegen nicht vor. Die Abstimmung läuft noch bis 22 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ). Mit dem Ergebnis rechnen die Separatisten in der Nacht zum Montag.

Kiew spricht von "krimineller Farce"

Die ukrainische Übergangsregierung in Kiew bezeichnete das sogenannte Referendum"als "kriminelle Farce" ."Das vom Kreml inspirierte, organisierte und finanzierte Referendum vom 11. Mai ist rechtlich wertlos und wird keinerlei rechtliche Folgen haben für die territoriale Integrität der Ukraine", hieß es aus dem Außenministerium. Präsidialamtschef Sergej Paschinski räumte aber ein, dass das Vertrauen der Bürger in den Regionen in die Kiewer Interimsregierung gering sei "Es soll ein politischer Kompromiss gefunden werden", sagte er.

Neben der Übergangsregierung in Kiew betrachten auch die Europäische Union und die USA die Abstimmung als illegal und werden ihr Ergebnis nicht anerkennen.

Bericht über US-Söldner in der Ukraine

Unterdessen kam es in der Separatistenhochburg Slowjansk zu neuen Kämpfen zwischen den Truppen der ukrainischen Übergangsregierung und den prorussischen Separatisten. Der Verteidigungsminister in Kiew sagte, dass prorussische Kräfte eine Einheit angegriffen hätte, die einen Fernsehturm schützen sollte. Ein Soldat sei verletzt worden. Außerdem sind nach Angaben der Interimsregierung eine Separatistenbasis und mehrere Kontrollpunkte um Slowjansk und Kramatorsk zerstört worden.

Einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge sollen auch Hunderte US-Söldner die Regierungstruppen in der Ostukraine unterstützen. "Auf Seiten der ukrainischen Armee und Polizei operieren 400 Kämpfer der privaten US-Sicherheitsfirma Academi", berichtet das Blatt unter Berufung auf Informationen des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Die schwer bewaffneten Männer würden Guerillaeinsätze im Gebiet der abtrünnigen Stadt Luhansk führen und koordinieren. Eine Sprecherin von Adademi wies den Bericht zurück. Academi habe nirgendwo in der Ukraine Personal im Einsatz..

Die Firma Academi hieß früher Blackwater und war von ehemaligen US-Elitesoldaten gegründet worden. Ihre Söldner kämpfen unter anderem für die USA im Irak und in Afghanistan. Im Irak sollen sie nach Enthüllungen der Plattform Wikileaks an Folter und Mord von Zivilisten beteiligt gewesen seien.

chr / wl (reuters, dpa, afp, Bild am Sonntag)