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Aktuell Europa

Separatisten greifen Grenzschützer in der Ostukraine an

Aus dem ostukrainischen Luhansk werden neue schwere Gefechte gemeldet. Wieder gab es Tote und Verletzte. Wegen des Blutvergießens bringt Russland im Weltsicherheitsrat eine Resolution ein.

Mehrere hundert moskautreue Separatisten haben die Zentrale der Grenztruppen im ostukrainischen Luhansk mit Granatwerfern und automatischen Waffen angegriffen. Die Gefechte zogen sich über Stunden hin, wie Augenzeugen berichteten. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens sieben Soldaten verwundet. Auf der Gegenseite seien fünf Aufständische getötet und acht verletzt worden. Schließlich - so erklärte Militärexperte Dmitri Tymtschuk - sei die Offensive mit Hilfe eines Suchoi-Kampfjets zurückgeschlagen worden.

Explosion im Stadtzentrum

Im Zentrum von Luhansk wurden zwei Menschen durch eine Explosion getötet. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, für die Detonation verantwortlich zu sein. Aufständische erklärten, die ukrainische Luftwaffe habe einen Angriff auf das Gebäude der Stadtverwaltung geflogen. Dagegen sagte ein Militärsprecher der Zeitung "Ukrainska Prawda", die Separatisten hätten versucht, ein Kampfflugzeug mit einer Rakete abzuschießen. Diese habe ihr Ziel jedoch verfehlt. Der Jet sei auf dem Rückflug von einem Angriff auf zwei Kontrollposten der Rebellen in der Region gewesen. Luhansk liegt nahe der russischen Grenze und wird seit April von Separatisten kontrolliert.

Im Gebäude der Stadtverwaltung in Luhansk schlug eine Rakete ein (Foto: AFP)

Im Gebäude der Stadtverwaltung in Luhansk schlug eine Rakete ein

Auch aus der ostukrainischen Rebellen-Hochburg Slowjansk werden neue Gefechte zwischen Regierungstruppen und Separatisten gemeldet.

UN-Sicherheitsrat tagt

Mit der Lage in der Ukraine befasst sich auf Antrag Russlands auch der Weltsicherheitsrat in New York. In einem Resolutionsentwurf fordert Moskau ein "sofortiges Ende der Gewalt und den Beginn von Verhandlungen", wie Außenminister Sergej Lawrow in Moskau erläuterte. Russland sei "tief beunruhigt", dass bei der "Anti-Terror-Operation" der ukrainischen Führung in Kiew auch Unbeteiligte zu Schaden kämen. "In unserem Entwurf schlagen wir einen Fluchtkorridor vor, damit Zivilisten die Kampfzone verlassen können", erklärte Russlands Chefdiplomat weiter.

Die USA wiesen den russischen Resolutionsentwurf als "heuchlerisch" zurück. Ein Aufruf zur Deeskalation bringe nichts, wenn von Russland unterstützte Separatisten immer neue Ziele angriffen und Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in ihrer Gewalt hätten, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

se/SC (afpe, dpa, APE, rtr)

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