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Asien

Seoul warnt Pjöngjang vor neuer Provokation

Nach der Versenkung eines seiner Kriegsschiffe beschränkt Südkorea den Handel mit dem verfeindeten kommunistischen Norden. Die Regierung in Seoul will aufrüsten und den UN-Sicherheitsrat anrufen.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak (Foto: AP)

Präsident Lee Myung Bak: Handel mit Nordkorea wird ausgesetzt

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hat vom kommunistischen Norden eine Entschuldigung wegen der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffs gefordert. Nordkorea müsse Südkorea und die internationale Gemeinschaft unverzüglich um Vergebung bitten und die Verantwortlichen bestrafen, verlangte er am Montag (24.05.2010) in einer im Fernsehen ausgestrahlten Rede.

Lastkran zieht einen Teil der gesunkenen südkoreanischen Korvette aus dem Wasser (Foto: AP)

Untersuchung nach der Bergung: 'Alles weist auf einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff hin'

Wie erwartet, kündigte er an, den Fall vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Der Handel mit dem Norden werde auf Eis gelegt. Eine Ausnahme gebe es nur für das gemeinsam betriebene Industriegebiet Kaesong auf nordkoreanischer Seite und für humanitäre Hilfe für Kinder im Norden. Die Schifffahrtsrouten in den Gewässern Südkoraes wurden für Handelsschiffe aus dem Norden gesperrt.

Südkorea: Provokationen nicht mehr dulden

Südkoreaner in Seoul schauen auf einen Monitor, auf dem die Ansprache von Präsident Lee übertragen wird (Foto: dpa)

Lee will künftig auf aktive Abschreckung setzen

Präsident Lee warnte, sein Land werde Provokationen aus dem Norden künftig nicht mehr dulden und dabei auch auf aktive Abschreckung setzen: Falls die Gewässer Südkoreas, Luftraum oder Territorium verletzt würden, werde das Land sofort von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen.

Lee kündigte gleichzeitig an, das Militär zu reformieren und aufzurüsten. Seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-1953) sei Südkorea immer wieder vom Norden provoziert worden. Nun müsse Nordkorea einen Preis dafür bezahlen.

USA: engere militärische Zusammenarbeit

In Washington kündigte US-Präsident Barack Obama eine engere militärische Zusammenarbeit mit Seoul an. Damit sollten in Zukunft Angriffe des kommunistischen Nordens abgewendet werden, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. In Reaktion auf die Verletzung internationaler Gesetze durch Pjöngjang überprüften die USA auch ihre gegenwärtige Politik gegenüber Nordkorea.

Das US-Verteidigungsministerium kündigte zwei Seemanöver gemeinsam mit südkoreanischen Marineverbänden an. Es werde die Abwehr von U-Boot-Angriffen und die Beoabachtung feindlicher Aktivitäten geübt, teilte ein Pentagonsprecher mit.

Soldaten mit Waffen nahe der entmilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea (Foto: AP)

Soldaten sollen keine Provokationen mehr dulden: Südkorea setzt noch stärker auf Abschreckung

US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte, die USA stuften die Lage auf der koreanischen Halbinsel nach der Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffes als sehr gefährlich ein. Sie wollte bei ihrem Besuch in China - dem wichtigsten Verbündeten Nordkoreas - an diesem Montag auf die Zustimmung zu weiteren Sanktionen gegen Pjöngjang drängen. Dazu seien auch Unterlagen über den Stand der Ermittlungen zum Beschuss des Kriegsschiffes "Cheonan" ausgetauscht worden, verlautete aus diplomatischen Kreisen.

Eine internationale Untersuchungskommission war vergangene Woche zu dem Schluss gekommen, dass beim Untergang der Korvette alles auf einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff aus einem U-Boot hinweise. Die Führung Nordkoreas bestritt indessen jede Verantwortung für den Zwischenfall.

Beim Untergang der "Cheonan" nahe der innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer waren Ende März 46 Seeleute ums Leben gekommen.

Autor: Herbert Peckmann (afp, rtr, dpa, apn)
Redaktion: Ursula Kissel

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