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Filme

Senta Berger und Jan Böhmermann erhalten Grimme-Preis

In Marl sind zum 53. Mal die Grimme-Preise verliehen worden. Die Jury würdigte vor allem politische und gesellschaftliche Produktionen aus dem Fernsehjahr 2016: Flucht, Krieg und NSU standen im Fokus.

USA Jan Böhmermann bei der Verleihung der 53. Grimme-Fernsehpreise (picture-alliance/dpa/H. Kaiser)

Jan Böhmermann in Marl

Insgesamt wurden im Theater der Stadt Marl 15 Preise vergeben, darunter zwei Spezialpreise sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung. Im fiktionalen Bereich gab es gleich zwei Auszeichnungen für die Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" (ARD) über die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. Einmal für den ersten Teil und einmal für sein innovatives Gesamt-Konzept. 

Mit "Wishlist" (RB/MDR/funk) wurde ein Format des erst im Oktober vergangenen Jahres gestarteten Jugend-NetContent-Netzwerks von ARD und ZDF (funk) ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass eine fiktionale Webserie den Preis bekam.

Filmstill aus ARD-Themenreihe Die Täter Heute ist nicht alle Tage (picture alliance/dpa/S. Rabold)

Uwe Mundlos (Albrecht Schuch, links), Beate Zschäpe (Anna Maria Mühe, Mitte) und Uwe Böhnhardt (Sebastian Urzendowsky, rechts) in der ARD-Trilogie: "Mitten in Deutschland: NSU"

Syrien im Fokus 

Der Preis für die "besondere journalistische Leistung" in der Kategorie Information und Kultur ging an den Journalisten und Dokumentarfilmer Ashwin Raman für seine Produktionen "Im Nebel des Krieges - An den Frontlinien zum Islamischen Staat" (ARD/SWR) und "An vorderster Front" (ZDF).

Zwei der preisgekrönten Produktionen drehen sich um die Themen Flucht und Migration. Der NDR-Film "45 Min: Protokoll einer Abschiebung", der eine Abschiebeaktion in Norddeutschland dokumentiert, wurde in der Kategorie Information und Kultur ausgezeichnet. Einen Preis im Wettbewerb Kinder und Jugend erhielt "Nordstadtkinder: Lutwi" (WDR) über einen zwölfjährigen Roma-Jungen, der mit seiner Familie in Dortmund lebt und von Abschiebung bedroht ist.

Noch ein Grimme-Preis für Jan Böhmermann

Für die Beiträge "verafake", mit dem der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann und sein Team die Praktiken des Privatsenders RTL bloßstellten, sowie für die "Einspielerschleife" im "Neo Magazin Royale",erhielt Böhmermann den Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung. Bereits im vergangenen Jahr hatte er beim wichtigsten deutschen Fernsehpreis zwei Auszeichnungen bekommen. Wegen des Wirbels um sein Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan war er aber nicht zur Preisverleihung erschienen.

Jan Böhmermann - «Verafake» (picture alliance/dpa/ZDF NEO)

Jan Böhmermann freut sich über seinen gelungenen Gag "#verafake", in dem er mit zwei eingeschleusten Schauspielern (s. Hintergrund) die Kuppelshow "Schwiegertochter gesucht" bloßstellte

Neben Böhmermann wurde in der Katergorie Unterhaltung auch der Moderator Oliver Polak mit seiner Show "Applaus und Raus! im Privatsender ProSieben geehrt. Doch diese Entscheidung hatte vor der Verleihung für Streit in der Jury gesorgt. Während die Jury-Mehrheit der Meinung war, Polak gelinge es, das "ausgeleierte" Fernsehgesprächsformat neu zu interpretieren, hatten sich zwei Jury-Mitglieder von der Entscheidung distanziert. Jury-Vorsitzender Dieter Anschlag und Juror Jürn Kruse kritisierten, der für die Sendung verwendete Hashtag #gastoderspast diskriminiere behinderte Menschen. 

Ehrenpreis für Senta Berger 

Schauspielerin Senta Berger durfte sich am Freitagabend über den Ehrenpreis freuen. Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbands, der die Preise stiftet, würdigte Berger als Charakterdarstellerin, die starke Frauen verkörpere. "Senta Berger hat im Film und in der Wirklichkeit immer wieder verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass jede und jeder Einzelne Haltung zeigt", sagte sie in ihrer Laudatio. 

Die undotierte Auszeichnung gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Sie ist nach dem sozialdemokratischen Kulturpolitiker Adolf Grimme (1889-1963) benannt. In diesem Jahr musste die Wettbewerbskommission aus so vielen Nominierungen wie nie zuvor auswählen: 81 Formate wurden eingereicht. 

bb/suc (KNA, dpa)

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