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Jaafar Abdul Karim

„Sensible Themen authentisch vermitteln“

Jaafar Abdul Karim glaubt an die junge Generation in der arabischen Welt. Die von ihm moderierte DW-Sendung „Shababtalk“ bietet jungen Menschen Raum, sich ebenso frei wie kritisch zu äußern. Fünf Fragen an Jaafar.

Diskussionen über sensible, gesellschaftspolitisch wichtige Themen – sie sind alles andere als eine Selbstverständlichkeit im Sendegebiet des arabischen DW-Angebots. Die Deutsche Welle erreicht ein Millionenpublikum von Marokko bis Oman.

Jaafar, Sie sind in Liberia geboren und in unterschiedlichen Ländern aufgewachsen. Wie hat Sie das geprägt?

Ich habe vor allem gelernt, Menschen als das zu respektieren, was sie sind: als Menschen. Meine Erfahrungen haben mir geholfen, ohne große Schwierigkeiten in unterschiedlichen Ländern leben zu können.

Warum glauben Sie so fest an die junge Generation in Ägypten und anderen arabischen Ländern?

Weil ich ihren starken Willen, ihr großes Potenzial und ihre vielen Talente kennengelernt habe. Die jungen Leute wollen in Freiheit und Würde leben. Korruption beispielsweise ist ein Fremdwort für sie. Diese Generation wird in absehbarer Zukunft die arabische Welt regieren. Doch leider schenkt ihr niemand die angemessene Beachtung. Die Machthaber sind viel zu sehr mit ihren eigenen Interessen beschäftigt.

Welche Rolle spielt Shababtalk beim jungen arabischen Publikum?

Wir bieten ihnen ein Forum, um ihre Meinung frei und kritisch zu äußern. Das ist für die Deutsche Welle – und auch für mich persönlich – besonders wichtig. Zugleich ist unsere Sendung Plattform für den Dialog, da wir stets junge Leute aus der arabischen Welt und aus Deutschland zusammenbringen. Ein Dialog auf gleicher Augenhöhe – das ist entscheidend.

Gibt es Tabu-Themen für Ihre Sendung?

Nein, in Shababtalk kennen wir bei der Themenwahl weder „Tabu“ noch „Verbot“. Das ist eine der Stärken des Formats – und ein großes Plus für die Glaubwürdigkeit der Deutschen Welle im arabischen Raum. Sehr viele Zuschauer bedanken sich ausdrücklich, weil wir auch sensible, im Sendegebiet tabuisierte Themen offen diskutieren. Wir sprechen über die Rolle der Frauen, über den Einfluss der Religion, auch über Homosexualität. Die Meinung des Moderators ist dabei übrigens unwichtig. Vielmehr bieten wir den jungen Gästen Raum für konstruktiven, kontroversen Austausch.

Gibt es Neues in Shababtalk?

Ja, wir haben die Sendung inhaltlich und auch in der Präsentation weiterentwickelt. Seit Juli sind wir noch näher dran an den Menschen und ihren Themen. Wir besuchen junge Leute in unserem Sendegebiet, zeichnen die Sendung dort auf. In Bagdad, Tunis und Rabat waren wir schon, auch in Kairo. Libanon, Jordanien, Dubai stehen noch auf dem Plan. Das machen wir gemeinsam mit Partnern vor Ort, die unsere Sendung auch in ihr Programm nehmen. So können wir uns ein noch besseres Bild von den Menschen und ihren Problemen vor Ort machen – und gerade die sensiblen Themen noch authentischer vermitteln.