1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Sensationserfolg für Brink und Reckermann

Die deutschen Beach-Volleyballer sind Olympiasieger. Christina Obergföll und Linda Stahl gewinnen Medaillen im Speerwurf. Ein Kenianer läuft über 800 Meter Weltrekord. Bolt gewinnt über 200 Meter.

Die Beach-Volleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann haben ihre außergewöhnliche Karriere gekrönt und als erstes europäisches Duo Gold bei den Olympischen Spielen gewonnen. Das deutsche Top-Duo ließ sich vor 15.000 restlos begeisterten Zuschauern am Olympia-Strand von London auch von ihren brasilianischen Angstgegnern Alison Cerutti und Emanuel Rego nicht aufhalten. Brink und Reckermann feierten mit dem 2:1 (23:21, 16:21,16:14) in einem überaus packenden Spiel den größten Erfolg ihrer Karriere.

Damit konnten Brink/Reckermann im vierten Jahr ihrer gemeinsamen Karriere nach dem WM-Titel 2009 und den beiden EM-Siegen 2011 und 2012 auch die wichtigste Krone im Beach-Sport erobern. "Das ist unglaublich, unbeschreiblich, ein unfassbares Spiel", sagte Reckermann, und Brink fügte hinzu: "Am Ende ist mir das Herz noch einmal in die Hose gerutscht, aber der Volleyballgott war auf unserer Seite." Der Jubel kannte kein Grenzen mehr: Mit der deutschen Fahne in den Händen feierten die Sieger eine riesige Party. Zuvor hatten Martins Plavins und Janis Smedins aus Lettland gegen die Niederländer Reinder Nummerdor und Richard Schuil Bronze gewonnen.

Rudisha mit Weltrekord, Bolt unschlagbar

David Rudisha jubelt beim Zieldurchlauf (Foto: dpa)

David Rudisha stürmte vorne weg und zeigte der Konkurrenz die Hacken

Es schien, als wollte er von Anfang an keine Missverständnisse aufkommen lassen. Weltmeister David Rudisha aus Kenia übernahm beim Finale über 800 Meter vom Start weg die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. In beeindruckender Manier verbesserte er seinen eigenen Weltrekord um eine Zehntelsekunde und ist mit 1:40,91 Minuten nun der erste Mensch, der die doppelte Stadionrunde unter 1:41 Minuten absolviert hat. Kurioser Nebeneffekt des Rekordlaufs: Im Sog des davoneilenden Rudisha schafften gleich mehrere Konkurrenten eine neue persönliche Bestleistung. Der achte und letztplatzierte Brite Andrew Osagie lief mit 1:43,77 ebenfalls eine brillante Zeit. Silber holte Nijel Amos aus Botswana (1:41,73), Bronze ging an den US-Amerikaner Duane Solomon (1:42,53).

Der Jubel über den Weltrekord war kaum verklungen, da begann der zweite Teil der Usain-Bolt-Show. Im Finale über 200 Meter setze sich der Top-Favorit in 19,32 Sekunden gegen seinen Landsmann und ärgsten Konkurrenten Yohan Blake (19,44) durch. Den totalen jamaikanischen Triumph komplettierte Warren Weir (19,84) auf dem Bronzerang. Für Bolt war es die fünfte olympische Goldmedaille - im Staffellauf über 4 x 100 Meter könnte die sechste folgen. 

Usain Bolt, Yohan Blake und Warren Weir mit jamaikanischen Fahnen (Foto: Stu Forster/Getty Images)

Dreifachsieg für Jamaika: Blake, Bolt und Weir hatten allen Grund zur Freude

Silber und Bronze für deutsche Speerwerferinnen

Auch für die deutschen Leichtathleten gab es Grund zum Jubeln. Die Speerwerferinnen Christina Obergföll und Linda Stahl schafften es hinter der alten und neuen Olympiasiegerin Barbora Spotakova aus Tschechien (69,55 Meter) Silber und Bronze gewonnen. Obergföll, die bei WM und EM schon zweimal Silber gewonnen hatte, warf 65,16 Meter und holte ihre zweite Olympia-Medaille nach Bronze 2008. Die ehemalige Europameisterin Stahl kam auf 64,91 Meter.

Zum König der Leichtathleten krönte sich der US-Amerikaner Ashton Eaton, der mit 8869 Punkten überlegen Erster im Zehnkampf wurde. Der 24 Jahre alte Weltrekordler setzte vor seinem Landsmann und Doppel-Weltmeister Trey Hardee (8671) durch. Bronze sicherte sich wie vor vier Jahren in Peking Leonel Suarez aus Kuba mit 8523 Punkten. Rico Freimuth verpasste seine Bestleistung von 8322 Punkten nur um zwei Zähler und wurde bei seinem Olympia-Debüt Sechster. Europameister Pascal Behrenbruch kam sechs Wochen nach seinem Triumph von Helsinki nicht über 8126 Punkte und Platz zehn hinaus. Der WM-Achte Jan Felix Knobel musste nach dem Stabhochsprung wegen muskulären Problemen aufgeben.

Deutsche Kanuten paddeln zweimal zu Gold

Zwei Zweier-Teams, zweimal Gold: Am zweiten Finaltag der Kanuten auf dem Dorney Lake bei Eton feierten die deutschen Paddler zwei Olympiasiege. Franziska Weber und Tina Dietze siegten im Kajak-Zweier über 500 Meter, Peter Kretschmer und Kurt Kuschela im Zweier-Canadier über 1000 Meter die Goldmedaille. Weber und Dietze setzten sich in einem souverän gefahrenen Rennen vor den Olympiasiegerinnen von Peking 2008, Katalin Kovacs und Natasa Douchev-Janics aus Ungarn, durch. Bronze ging an die Polinnen Karolina Naja und Beata Mikolajczyk. "Wir wollten heute einfach unser perfektes Rennen fahren, und das ist uns gelungen", freute sich Tina Dietze.

Kurt Kuschela küsst Peter Kretschmer kurz nach der Zieldurchfahrt im Zweier-Canadier die Stirn (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Küsschen für die Sieger: Kurt Kuschela (l.) und Peter Kretschmer freuen sich über Gold

Riesenjubel auch bei Peter Kretschmer und Kurt Kuschela nach ihrem Erfolg im Zweier-Canadier über 1000 Meter. Das Duo aus Potsdam gewann vor den Booten aus Weißrussland und Russland. Von Beginn an lagen Kretschmer und Kuschela mit im Vorderfeld und hatten am Ende einen deutlichen Vorsprung. Peter Kretschmer konnte sein Glück anschließend kaum fassen: "Ich habe nichts mitgekriegt auf der Strecke. Ich war so in Trance. Der Endspurt war grandios."

Der deutsche Kajak-Vierer konnte dagegen die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Marcus Groß, Norman Bröckl, Tim Wieskötter und Max Hoff, die zum engen Kreis der Medaillenfavoriten gehört hatten, mussten sich mit dem undankbaren vierten Platz hinter den Booten aus Australien, Ungarn und Tschechien begnügen. Damit hat erstmals seit 1984 ein deutscher Männer-Vierer auf der 1000-Meter-Distanz keine Olympia-Medaille gewonnen. Mit drei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen haben die deutschen Kanuten jedoch ihre Vorgaben nach acht der zwölf Finalrennen fast schon erreicht. Ziel waren sieben Medaillen, davon drei in Gold.

Hockey-Herren haben Silber sicher

Deutschlands Hockey-Nationalmannschaft der Herren hat das Olympia-Finale erreicht und so die Möglichkeit, den Golderfolg von Peking 2008 zu wiederholen. Im Halbfinale besiegte der Olympiasieger den Weltmeister aus Australien mit 4:2 (1:1). Am Samstag (11.08.2012 / 21.00 Uhr MESZ) geht es gegen den Vize-Europameister Niederlande, der sich mit 9:2 (4:1) gegen die Gastgeber aus Großbritannien durchsetzte. Für Deutschland ist es das siebte olympische Finale. 1972, 1992 und 2008 hatte es Gold gegeben.

Die deutschen Hockey-Spieler jubeln (Foto: Christian Charisius/dpa)

Die deutschen Hockeyspieler besiegten Australien und stehen im Finale

Timo Wess, Kapitän des Gold-Teams von Peking, in der 59. und Florian Fuchs nach einem Konter in der 63. Minute schossen den Sieg für die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise heraus. Zuvor hatten Moritz Fürste (27.) und Rekordnationalspieler Matthias Witthaus (54.) zweimal die australische Führung durch Kieran Govers (22.) und Glenn Turner (42.) ausgeglichen.

Dressurreiterinnen verpassen die Medaillen

Zum ersten Mal seit 1952 sind die deutschen Dressurreiter bei Olympischen Spielen ohne Medaille in der Einzelentscheidung geblieben. Nach Silber mit der Mannschaft erreichte Helen Langehanenberg in der abschließenden Kür im Sattel von Damon Hill mit 84,303 Prozentpunkten als beste Deutsche nur knapp geschlagen den vierten Platz. Zu Rang drei der Britin Laura Bechtolsheimer auf Mistral Hojris (84,339) fehlten ihr nur 0,039 Punkte. Dorothee Schneider belegte im Sattel von Diva Royal als zweitbeste Deutsche den siebten Rang (81,661) direkt vor Kristina Sprehe mit Desperados (81,375). Völlig aus dem Häuschen war dagegen die neue Olympiasiegerin Charlotte Dujardin (Valegro/90,089) aus Großbritannien. Als feststand, dass sie vor der Niederländerin Adelinde Cornelissen mit Parzival (88,196) Gold gewonnen hatte, ließ sie ihren Freudentränen freien Lauf. Es war der erste britische Einzelsieg bei Olympia überhaupt. 

US-Fußballfrauen schlagen den Weltmeister

Die Fußballerinne aus den USA haben den olympischen Titel-Hattrick perfekt gemacht. In der Neuauflage des WM-Endspiels gegen Japan setzten sich die US-Girls im Londoner Wembleystadion mit 2:1 (1:0) durch und holten wie 1996, 2004 und 2008 Olympia-Gold. Vor der olympischen Rekordkulisse von 80.203 Zuschauern sorgte Matchwinnerin Carli Lloyd (8./54. Minute) mit zwei Toren für den knappen Sieg. Japan konnte unter der Leitung der deutschen Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus den Triumph vom WM-Endspiel gegen die USA aus dem Vorjahr nicht wiederholen. Daran konnte auch der Anschlusstreffer von Ogimi (63.) nichts ändern. Bronze hatte zuvor Kanada im Spiel um Platz drei durch ein 1:0 gegen Frankreich gewonnen.

Maurer schwimmt auf Platz fünf

Langstreckenschwimmerin Angela Maurer verpasste im Rennen über 10 Kilometer eine Medaille nur knapp. Erst in der Schlussphase verlor die 37-Jährige den Anschluss an die Spitze und schlug am Ende als gute Fünfte an, elf Sekunden fehlten ihr zu Bronze. Olympiasiegerin wurde überraschend die Ungarin Eva Risztov. Vor vier Jahren in Peking hatte Maurer die Medaillenränge noch knapper verfehlt. Damals hatte sie eine Sekunde nach der Drittplatzierten angeschlagen.

Wasserspringerin Christin Steuer hat vom Turm in ihrem ersten olympischen Einzelfinale einen guten siebten Platz belegt und Bronze nur knapp verpasst. Beim deutlichen Sieg der hochfavorisierten Chinesin Chen Ruolin holte Steuer nur 7,85 Zähler weniger als Pandelela Rinong Pamg, die mit Bronze das erste olympische Edelmetall im Springen für Malaysia gewann. Silber sicherte sich die erst 16-jährige Australierin Brittany Broben.

Die Redaktion empfiehlt