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Aktuell Asien

Selbstmordattentat erschüttert pakistanische Stadt Lahore

Pakistan kommt nicht zur Ruhe: Mitten in einer Menschenmenge sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei der Stadt Lahore an der Grenze zu Indien in die Luft. 60 Menschen riss er mit in den Tod.

Die radikalislamischen Taliban und andere Aufständische greifen immer wieder Sicherheitskräfte in Pakistan an und verüben häufig blutige Anschläge. In Punjab, der reichsten Provinz Pakistans, waren Attentate bisher selten. Nun wurde gerade diese Provinz zur Zielscheibe für eine folgenschwere Bluttat. 60 Menschen wurden getötet und etwa 100 verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter kurz nach einer traditionellen Militärparade in der Nähe der Millionenstadt Lahore in die Luft sprengte. Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Krankenwagen zu sehen, die Verletzte in Kliniken nach Lahore brachten, die Hauptstadt der Provinz Punjab. Bei dem Attentäter soll es sich nach Angaben der Polizei um einen Jugendlichen gehandelt haben, der einen Sprengsatz am Körper trug.

Die Polizei erklärte, der Attentäter habe vor einem Restaurant einen Zeitpunkt genutzt, zu dem die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Militärparade nicht ganz so streng waren. Bei der Zeremonie am Übergang Wagah an der Grenze zu Indien holen Soldaten kurz vor Sonnenuntergang die Fahnen beider Länder ein. Die Flaggenparade zieht oft zahlreiche Schaulustige an. Auch am Sonntag versammelten sich dort Tausende Menschen.

Wer steckt hinter der Bluttat?

Wer für den Anschlag vom Sonntag verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Mindestens drei militante Gruppierungen bekannten sich zu der Tat. Von der radikalislamischen Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan hatten sich in jüngster Zeit mehrere Gruppen abgespalten.

So übernahm die sunnitische Jamaat ul Ahrar, eine Gruppierung der pakistanischen Taliban mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida, die Verantwortung für das Attentat. "Es war unser Werk", erklärte der Sprecher der Gruppe, Ehsanullah Ehsan. Zugleich kündigte er neue Anschläge an: "Wir werden auch weiterhin Ungläubige ins Visier nehmen."

Militäroffensive im Nordwesten

Das Attentat ereignete sich trotz einer erhöhten Sicherheitsstufe in dem Land, in dem derzeit der schiitische Trauermonat Muharram begangen wird. Unter den Toten sollen mindestens zwei Beamte der Grenztruppe Rangers sein, die auch Polizeiaufgaben wahrnimmt. Es war der blutigste Anschlag, seit die pakistanische Armee Mitte Juni eine Offensive gegen Islamisten in den Stammesregionen im Grenzgebiet zu Afghanistan gestartet hat. Die Taliban haben in der Provinz Nordwaziristan nahe Afghanistan ihre Hochburg. Nach Militärangaben wurden seither mehr als 1100 Extremisten getötet.

Nach dem Attentat suchen viele Pakistaner unter den Opfern nach Angehörigen (Foto: AFP)

Nach dem Attentat suchen viele Pakistaner unter den Opfern nach Angehörigen

Der indische Regierungschef Narendra Modi verurteilte das jüngste Attentat. Es handle sich um einen "feigen terroristischen Akt", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die indischen Behörden verschärften die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze.

kle/ml (dpa, afp, rtr)