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Aktuell Nahost

Selbstmordattentäter greifen Moscheen in Sanaa an

Bei Anschlägen auf zwei Moscheen sind im Jemen mindestens 142 Menschen getötet und über 350 verletzt worden. Die Gotteshäuser in der Hauptstadt Sanaa werden vor allem von Angehörigen der schiitischen Huthi besucht.

Die Attentäter hatten ihren Sprengsatz während des Freitagsgebets gezündet, als sich besonders viele Gläubige in den Moscheen versammelt hatten. Krankenhausmitarbeiter und Ärzte berichten von mindestens 142 Toten. Mindestens 351 Menschen wurden verletzt. Die Moscheen befinden sich im Zentrum von Sanaa und werden hauptsächlich von Anhängern der schiitischen Gruppe der Huthi besucht.

Laut Zeugen sprengte sich zunächst ein Attentäter in der Badr-Moschee im Süden von Sanaa in die Luft. Eine zweite Explosion gab es, als die Gläubigen aus dem Gotteshaus flohen. Ein weiterer Selbstmordanschlag richtete sich gegen die Al-Haschahusch-Moschee im Norden der Hauptstadt. Inzwischen hat die Terrororganisation "Islamischer Staat" die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Huthis verbündet mit Ex-Staatschef Salih

Im Jemen herrscht seit Jahren politisches Chaos, in den vergangenen Monaten ist die Situation noch einmal eskaliert: Rebellen der Huthi haben den Norden des Jemen und die Hauptstadt Sanaa gewaltsam unter ihre Kontrolle gebracht. Sie sind mit dem früheren Staatschef Ali Abdullah Salih verbündet, der 2012 nach Massenprotesten zurückgetreten war. Er wird verdächtigt, den Rebellen-Aufstand zu schüren. Auch der ebenfalls schiitische Iran soll die Huthis unterstützen.

Im Januar brachten Huthi-Milizionäre den Präsidentenpalast in Sanaa unter ihre Kontrolle. Sie zwangen Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zum Rücktritt. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt.

Kampfjets greifen Palast in Aden an

Ende Februar gelang Hadi die Flucht nach Aden im Süden des Landes. Von dort aus widerrief der international anerkannte Präsident seine Rücktrittserklärung und erklärte die im Süden gelegene Hafenstadt zur neuen Hauptstadt.

Nun hat der Machtkampf zwischen dem Präsidenten und den Huthi aber auch Aden erreicht. Seine Anhänger und die Rebellen lieferten sich dort am Donnerstag blutige Kämpfe um die Kontrolle des internationalen Flughafens. Ein Kampfflugzeug griff auch den Palast an, wo Hadi seit seiner Flucht aus Sanaa lebt. Er wurde nach Angaben eines Vertrauten an einen "sicheren Ort" gebracht. Er habe das Land aber nicht verlassen, hieß es.

uh/sp (afp,rtr,dpa)