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Terror

Selbstmordanschlag tötet viele Besucher von Ariana-Grande-Konzert in Manchester

Ein Selbstmordattentäter hat nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande im britischen Manchester mindestens 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren auch Kinder.

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Manchester: Tote nach mutmaßlichem Terrorakt

Eine Explosion hat mindestens 22 Besucher eines Konzerts der US-Sängerin Ariana Grande in den Tod gerissen. Unter den Toten seien auch Kinder, erklärte der Polizeichef von Manchester. 59 weitere Menschen seien bei der Detonation in der nordenglischen Großstadt verletzt worden. Der Anschlag sei von einem Täter verübt worden, der einen Sprengsatz am Körper getragen habe, teilte die Polizei mit. Die britische Regierung ist am Dienstagvormittag zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Die Londoner Polizei überprüft Bürgermeister Sadiq Khan zufolge die Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptstadt. Die Präsenz der Polizei auf den Straßen werde erhöht, ließ Khan über den Kurznachrichtendienst Twitter verlauten. 

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend in der Manchester Arena ereignet, einer Veranstaltungshalle, die bis zu 21.000 Besuchern Platz bietet. Zeugen sprachen von einem Knall nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ). Die BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Explosion sei im Foyer der Halle gewesen. Der Veranstalter sprach von einer Explosion in einem öffentlichen Raum außerhalb der eigentlichen Konzerthalle.

Krankenwagen rasten zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt.

Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Die Menschen wurden zudem aufgefordert, sich aus der Gegend um die Halle fernzuhalten. Die Polizei rief die Bürger zu Wachsamkeit auf.

Premierministerin Theresa May drückte den Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "Wir arbeiten daran, alle Einzelheiten dessen zu ermitteln, was von der Polizei als ein schrecklicher terroristischer Anschlag behandelt wird", erklärte May wörtlich. "All unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Familien von allen, die betroffen sind." Wegen des Anschlags wird der gesamte Wahlkampf für die Parlamentswahl im Juni ausgesetzt. Darauf habe er sich mit Premierministerin May verständigt, teilte Labour-Chef Jeremy Corbyn mit.

In der Konzerthalle spielten sich nach der Explosion Augenzeugenberichten zufolge dramatische Szenen ab. "Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen", berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Popkonzert besucht hatte. "Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen", sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

USA Schauspielerin und Sängerin Ariana Grande in New York (picture-alliance/AP Photo/C. Pizzello)

Ariana Grande (Archivbild)

Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle, wie Augenzeugen in britischen Medien berichteten. Anwohner boten den Betroffenen Unterschlupf an. "Zuerst dachten wir, dass einer der riesigen Gasballons auf dem Konzert geplatzt sei. Aber als wir draußen waren, sahen wir, dass es etwas Ernsteres gewesen sein muss", zitierte der britische Nachrichtensender Sky News eine Besucherin. Eine Konzertbesucherin berichtete der BBC, sie sei von Polizisten aufgefordert worden wegzurennen, nachdem sie die Halle verlassen habe. Per Alarmaufruf sei das Publikum aufgefordert worden, Ruhe zu bewahren.

Das Konzert der angesagten Sängerin hatten besonders viele Kinder und Jugendliche besucht. Grande war angesichts der Ereignisse "am Boden zerstört". "Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte", schrieb die 23-Jährige auf Twitter.

In Großbritannien gilt seit August 2014 die zweithöchste Terrorwarnstufe 4. Zuletzt wurde nach Angaben der Polizei im Durchschnitt jeden Tag eine Person im Zusammenhang mit Terrorverdacht verhaftet. Im März steuerte ein zum Islam konvertierter Brite mit seinem Auto in London in eine Passantengruppe und tötete dabei vier Menschen. Anschließend erstach er einen Polizisten, bevor er selbst erschossen wurde.

stu/sc (afp, dpa, rtr)

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