SEK nimmt mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Syrien fest | Aktuell Deutschland | DW | 06.04.2016
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Aktuell Deutschland

SEK nimmt mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Syrien fest

Er soll in Aleppo gefoltert und geplündert haben: Die Bundesanwaltschaft ließ den syrischen Milizenführer jetzt in NRW dingfest machen. Vorausgegangen waren umfangreiche Ermittlungen.

Ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei schlug irgendwo im Raum Westfalen zu, Details wurden nicht genannt: Der 41- jährige syrische Staatsbürger Ibrahim Al F. soll in seiner Heimat Kriegsverbrechen begangen haben. Er gilt als dringend verdächtig, in Aleppo eine mindestens 150-köpfige Stadtteilmiliz befehligt haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Dabei sollen im Herbst 2012 auch mehrere Menschen gefoltert worden sein, von ihm selbst oder seinen Gefolgsleuten.

Die Miliz gehörte demnach zu der Gruppierung Ghoraba as-Scham (Die Fremden von Syrien) und kämpfte auf Seiten der Freien Syrischen Armee (FSA) gegen das Regime von Staatschef Baschar al-Assad. Allerdings verfolgte die von dem Beschuldigten angeführte Organisation nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft vorwiegend eigennützige Interessen.

So soll der nun Festgenommene mit seinen Milizionären nach dem Rückzug der Regierungstruppen aus Teilen von Aleppo Plünderungen begangen haben. Beutekunst, die er auf auf diese Weise erlangte, sei wiederholt zum Kauf angeboten worden.

Schwere Gefechte im Raum Aleppo

Am Mittwoch entbrannten südlich der Metropole Aleppo die heftigsten Kämpfe zwischen den Aufständischen und Truppen Assads seit Inkrafttreten der Feuerpause im Februar, berichteten Rebellen. Das Mitglied der Oppositionsführung, Asaad al-Zubi, sagte der Agentur Reuters, die Waffenruhe laufe Gefahr, zu scheitern. Auch in anderen Landesteilen flammten Kämpfe auf. So griffen Dschihadisten des "Islamischen Staats" Regierungseinheiten nahe Damaskus an.

Gefecht im syrischen Aleppo (foto: dpa)

Eine geschundene Stadt: Große Teile Aleppos liegen in Schutt und Asche

Die Lage um Aleppo ist unübersichtlich, da teils von den Friedensverhandlungen ausgeschlossene Islamistengruppen die Region beherrschen, teils vergleichbar gemäßigte Aufständische, die in Genf vertreten sind. Nachdem Al-Nusra-Kämpfer südlich der Millionen-Stadt am Dienstag ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen hatten, konzentrierten die Truppen Assads und dessen Verbündete schwere Angriffe mit massiver Luftunterstützung auf die Gegend, um Terrain zurückzuerobern.

Die Al-Nusra-Front, ein Ableger der terroristischen Al-Kaida, bestätigte derweil den Tod ihres einflussreichen Funktionärs Abu Firas al-Suri durch einen US-Luftangriff.

Am Montag ist in Genf die Fortsetzung der UN-geführten Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Rebellen vorgesehen.

SC/kle (APE, afpe, dpa, rtr)

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