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Sehr viele „Dauerbrenner“

Was wie lange dauert, hat mancher nicht immer in der Hand. Ob die Liebe dauerhaft brennt, das Glück andauert oder das Leid anderer uns dauert: „Dauer“ ist immer mit dabei. Ein wahrer Dauerbrenner …

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Sehr viele „Dauerbrenner“ – die Folge als MP3

Ist er endlich da, der Frühling und der Mai, der alles neu macht, dann atmen wir auf: Der Winter ist vorbei. Schon im Februar haben wir geseufzt: „Nun hat er aber wirklich lange genug gedauert!“ Dauernd kalt, dauernd schlechtes Wetter, andauernd Nachtfrost, Dauerschneefälle in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland. Ja, dieser Winter dauerte wirklich lange, war hartnäckig.

Dauerbrenner halten sehr lange

Ein Kohleofen auf einer Straße im Winter, um den Menschen herumstehen und sich wärmen.

Ein „Dauerbrenner“ auf der Straße

Und er war ein Dauerbrennerthema, im Freundes- und Bekanntenkreis, unter Kollegen, in der Bahn – ein Thema, das immer wieder Anlass zu Gesprächen und Diskussionen liefert. Kaum jemand weiß übrigens, woher der in übertragener Bedeutung gern verwendete Begriff „Dauerbrenner“ kommt. In Zeiten von Zentralheizungen in Häusern hat sie mancher nur noch aus Nostalgie im Raum stehen. Denn umweltfreundlich sind Dauerbrenner nicht. Spätestens jetzt ist klar, worum es sich handelt: um Öfen.

Und die wurden mit Briketts oder Kohlen befeuert, die dafür sorgten, dass es im Raum sehr lange warm blieb. Im übertragenen Sinn erweist sich etwas als „Dauerbrenner“, das sich dauerhaft bewährt. Zum Beispiel ganz bestimmte Musikstücke. Bücher. Bestseller. Aber auch Fahrzeuge wie der VW Käfer, der Renault 4 und der unvergessene Citroen 2CV waren Dauerbrenner.

Unterschiedliche Zeitdauern

Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Waschsalon

Wie lange ein Waschprogramm dauert, ist manchmal nicht so wichtig ...

Jetzt schauen wir kurz ins Wörterbuch. Dort finden wir eine wunderbare Definition für dauern: „Eine bestimmte Dauer haben, eine bestimmte, unbegrenzte Zeit währen, anhalten.“ Was heißt das? Man kann sagen „dauern“ bezeichnet den zeitlichen Ablauf eines Vorgangs, eines Geschehens. Wie immer helfen Beispiele, um dürre Definitionen zu erklären …

Beispiel eins: „Das 60 Grad Waschprogramm dauert eineinhalb Stunden.“ Beispiel zwei: „Die Dienstbesprechung dauerte eineinhalb Stunden.“ Und Beispiel drei: „Sie trafen sich für die Dauer von eineinhalb Stunden in der Nähe des Bahnhofs. Ein kurzes, heftiges Wiedersehen. Eineinhalb Stunden Glück und Schmerz und Traurigkeit; alles zugleich.“

Unterschiedliche Wahrnehmungen

Ein fahrender Citroen 2CV, eine „Ente“

Ein wahrer Dauerbrenner: der Citroen 2CV, die „Ente“

Dreimal „dauern“, dreimal die gleiche Zeitdauer, aber dreimal ein höchst unterschiedliches „Dauern“, wenn man es auf die menschliche Wahrnehmung und Empfindung bezieht. Wie lange das Waschprogramm dauert, ist uns letztlich egal. Wenn wir aber an einer sturzlangweiligen Besprechung teilnehmen müssen, schauen wir alle paar Minuten verstohlen auf die Uhr. Eineinhalb Stunden scheinen die Vorstufe zur Ewigkeit zu sein.

Unseren Liebenden auf der Durchreise sind eineinhalb Stunden hingegen ein Wimpernschlag, ein Augenblick. „Verweile doch! Du bist so schön!“ Der Bedeutungsumfang von „Dauer“ beziehungsweise „dauern“ ist je nach Kontext und/oder den zahlreichen mit „Dauer“ gebildeten Substantiven wahrlich weit gespannt. Von A bis Z lassen sich diese Komposita durchbuchstabieren.

Zwei Seiten einer Medaille

Symbolbild Streit: Ein junger Mann sitzt verärgert auf dem Sofa, links und rechts neben im zwei junge Frauen, die auch verärgert sind und sich den Rücken zukehren.

Kein schöner Dauerzustand: Streit!

Zu ihnen gehört die Dauerarbeitslosigkeit, ein Zustand, den sich keiner wünscht. Oder – auf der anderen Seite – die Dauerbelastung, wenn man vor Arbeit nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Vom Dauerfrost haben wir schon gesprochen.

Dass alle diese drei Begriffe eher negative Gefühle wecken, dürfte klar sein. Und wie sieht es aus mit Dauermieter und Dauerzustand? Nun, wer als Vermieter nette Mieter hat, die dauerhaft in ihrer Wohnung bleiben wollen, wünscht sich, dass dieser Dauerzustand anhält. Anders sähe das natürlich aus, wenn Mieter ihnen Stress bereiten. Dann dürfte eher der Wunsch aufkommen, dass dieses Mietverhältnis möglichst nicht von Dauer ist.

Sehr bedauerlich: dauerhafte Erwerbslosigkeit

Symbolbild Arbeitsmarkt: Ein Schild mit der Aufschrift Arbeit und einem Pfeil.

Dauerhaft arbeitslos zu sein, ist eine Dauerbelastung für die Betroffenen

Also das, was wir beim Hören oder Lesen eines Wortes empfinden und mit ihm verbinden, ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich! Ganz ähnlich ist es mit dem Adjektiv dauerhaft.

Bei „dauerhafter Erwerbslosigkeit“ werden wir, wenn wir nicht ganz aus Stein sind, schon ein bisschen Wirkung zeigen, auch wenn sie uns nicht persönlich betrifft. Sie dauert uns, wir bedauern sie. Am anderen Ende der Skala, dem positiven, finden wir „dauerhaft“ in seiner schönsten Verbindung: der dauerhaften Liebe.

Die Liebe, die alles überdauert

Sie ist in ihrer Dauerhaftigkeit – kein schön klingendes Wort in diesem Zusammenhang – die Gewähr, dass sie alles überdauert und übersteht, was die Liebenden gefährdet. Überhaupt. Die Liebe. Sie kann nicht lange genug dauern. Im Gegensatz zum Winter.




Arbeitsauftrag
Andauern, bedauern, überdauern, ausdauernd … – „dauern“ ist einer der zahlreichen deutschen Begriffe, die in Verbindung mit einem Präfix eine andere Bedeutung bekommen. Sammelt in eurer Lerngruppe weitere Verben, Substantive, Adjektive, Adverbien, in denen „dauern“ vorkommt. Erstellt einen Lückentext mit Sätzen, in denen die gesammelten Wörter eingesetzt werden müssen. Tauscht eure Texte untereinander aus.

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