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Aktuell Deutschland

"Sehr gut musiziert"

Mit einer Neuinszenierung des "Fliegenden Holländers" sind die 101. Bayreuther Festspiele eröffnet worden. Der Wagner-Oper lauschten viele Prominente - darunter auch Kanzlerin Merkel. Es gab viel Lob, aber auch Buh-Rufe.

In stürmischem Applaus baden konnten am Mittwochabend vor allem die Sänger, der Chor unter der Leitung von Eberhard Friedrich und Dirigent Christian Thielemann.

Samuel Youn (Foto: dpa)

Samuel Youn

Besonders dankbare Huldigungen des Publikums erhielt der Südkoreaner Samuel Youn in der Titelrolle des "Fliegenden Holländers". Er war erst vor drei Tagen als Ersatz für den russischen Bassbariton Evgeny Nikitin eingesprungen. Nikitin war am Samstag aus Bayreuth abgereist, nachdem bekannt geworden war, dass er sich in früheren Jahren ein Hakenkreuz auf seine Brust hatte tätowieren lassen.

Holländer in zeitgenössischer Gestalt

Auch bei Bundeskanzlerin und Wagner-Fan Angela Merkel stieß die Oper auf Wohlgefallen. Es sei außerordentlich gut gesungen und "sehr gut musiziert" worden, sagte die CDU-Chefin nach der Premiere. Zur Inszenierung, die vom Publikum auch mit Buh-Rufen bedacht wurde, äußerte sie sich nicht. Sie fiel auf, weil ihre Garderobe an die vor vier Jahren erinnerte: eine Robe in dunklem Türkis. Mode-Fanatiker diskutierten, ob dies ein Fauxpas, Zufall oder Absicht in Krisenzeiten war. Sie bemängelten aber, dass man deutlich die Seidensöckchen der Kanzlerin in ihren Pumps sehen konnte.

Angela Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer in Bayreuth (Foto: Reuters)

Merkels Robe: elegant, aber auch neu?

Der junge Schauspielregisseur Jan Philipp Gloger siedelte die Handlung in der hektischen Geschäftswelt des 21. Jahrhunderts an. Der Holländer trat im Anzug auf - Trolley-Koffer und Coffee-to-go-Becher waren die Requisiten eines gehetzten Geschäftsmannes, der nur mit dem Anhäufen von Geld beschäftigt ist.

Video ansehen 01:28

Bayreuther Festpiele eröffnet

Die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier - Urenkelinnen von Richard Wagner - wiesen unterdessen Vorwürfe zurück, sie würden die nationalsozialistische Vergangenheit der Festspiele nur unzureichend aufarbeiten. Sie hätten die ihnen zugänglichen Unterlagen zur wissenschaftlichen Untersuchung bereitgestellt, sagte Katharina Wagner: "Historiker sind dabei, das aufzuarbeiten."

Die Bayreuther Festspiele zeigen bis 28. August neben dem "Fliegendem Holländer" noch vier Wiederaufnahmen: "Tristan und Isolde", "Parsifal", "Lohengrin" und "Tannhäuser".

wa/gmf (dapd, dpa)

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