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Sport

Segeln

Über 100 Jahre ist das Segeln schon olympische Disziplin. Vergleicht man die Boote von damals und heute, lassen sich nur noch wenige Gemeinsamkeiten erkennen. Holzplanken und Segel aus Leintüchern sucht man vergeblich.

Piktogramm für Segeln bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Schon 1900 bei den zweiten Olympischen Spielen der Neuzeit durften Seglerinnen und Segler ihre Boote vor der französischen Atlantikküste vor Le Havre zu Wasser lassen. Bis auf 1904 und 1906 sind dann bis heute immer Regatten um olympische Ehren ausgesegelt worden. Allerdings in unterschiedlichsten und immer wieder wechselnden Bootsklassen.

Segelboote bei einer Regatta (AP Photo/Heribert Proepper)

Mit dem Wind und gegen ihn.

Den großen Reiz des Segelns macht für Hamburger Olympia-Segler Jan-Peter Peckolt besonders das Zusammenspiel von Mensch und Natur aus. „Segeln ist in etwa wie Schach auf dem Wasser. Man hat zum einen die Strategie mit dem Wind, den man immer ideal ausnutzen muss, aber auch die Taktik gegenüber der Konkurrenz. Das ist ein ständiges Beobachten und Abschätzen, wo man zum Beispiel die Wende setzen sollte oder wo man sich taktisch gut platziert“, sagt der 27-Jährige Wirtschaftsingenieurswesen-Student, der mit seinem Bruder Hannes in der 49er-Klasse zum ersten Mal bei Olympischen Spielen an den Start geht.

Sensible Segler sind im Vorteil

Die Regatten um die insgesamt elf Goldmedaillen werden vor der chinesischen Ostküstenstadt Qingdao ausgesegelt. Neben den verschiedenen Bootsklassen Laser, Finn-Dinghi, Star, Yngling, 470er,

Hannes (vorne) und Jan-Peter Peckolt (Kiel/Hamburg) auf ihrem Boot der „49er“-Klasse. (Quelle: www.peckolt.de)

Hannes (vorne) und Jan-Peter Peckolt auf ihrem Boot der „49er“-Klasse.

49er und Tornado mit Einer-, Zweier oder Dreierbesatzungen zählt seit 1984 auch das Windsurfen zu den olympischen Segeldisziplinen.

Das Allerwichtigste beim Segeln und Surfen ist das Ausnutzen des Windes. Egal, ob er von vorne, von hinten oder der Seite weht, immer soll er das Boot näher zum Ziel bringen. „Wir versuchen ihn natürlich ganz feinfühlig wahrzunehmen. Da gibt es zum Beispiel den Trick, dass man vor der Regatta noch einmal zum Frisör geht und sich den Nacken ausrasieren lässt. So kann man jeden kleinen Hauch sofort wahrnehmen“, weiß der erfahrene Peckolt.

Olympia-Idole Elvström und Schümann

Aus den Geschichtsbüchern kennt er natürlich auch die olympischen Helden der Historie.

Jochen Schümann (links) mit Mitgiedern seiner Crew 2003 an Bord der Alinghi.(AP Photo/Carlo Borlenghi)

Jochen Schümann (links) mit Mitgiedern seiner Crew an Bord der Alinghi.

So zum Beispiel den besten Olympia-Segler aller Zeiten, Paul Elvström aus Dänemark. Zwischen 1948 und 1960 gewann der viermal in Folge Gold und nahm bis 1988 acht Mal an Olympischen Spielen teil.

Der beste deutsche Segler der Olympiageschichte ist Jochen Schümann. Der gebürtige Ost-Berliner gewann dreimal Gold und verpasste 2000 in Sydney seinen vierten Sieg nur ganz knapp. Für Jan-Peter Peckolt ist Schümann aber nicht nur deshalb ein Vorbild: „Er ist eine wirklich faszinierende Persönlichkeit. Was er alles erreicht hat auch nach der olympischen Karriere, wo er das ganze Alinghi-Team zum Americas-Cup geführt hat und da der verantwortliche Sportdirektor und technische Leiter war, das ist einfach toll.“

Favoriten kommen von der Insel

Anekdoten aus der olympischen Geschichte gibt es wahrscheinlich genauso viele wie Segler, die bei starkem Wind und hohem Wellengang über Bord gegangen sind. Eine besondere Episode aber lieferten 1976 die Briten Alan Warren und David Hunt. Nachdem sie 1972 in Kiel Silber gewonnen hatten, landeten sie damals nur auf dem drittletzten Platz. Darüber waren sie so sauer, dass sie noch auf offener See ihr Boot anzündeten und niederbrannten.

Ganz abgesehen davon zählen ihre segelnden Nachfahren aus Großbritannien aber auch in diesem Jahr zu den Medaillenfavoriten. Die Briten führen nämlich mit 20 Goldmedaillen die olympische Segelbilanz vor den US-Amerikanern an. Auch vor vier Jahren in Griechenland gelang den Engländern mit fünf Medaillen die größte Ausbeute aller Segelnationen.

Das Segeln übrigens auch eine Sache der Erfahrung ist, bewies Durward Knowles von den Bahamas. Mit 71 Jahren stellte er 1988 einen olympischen Altersteilnahmerekord für die Nachkriegszeit auf.

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