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Aktuell Deutschland

Seehofer lädt zur Facebook-Party - der Ansturm bleibt aus

CSU-Chef Horst Seehofer galt bislang nicht unbedingt als Internet-Fan. Jetzt lud er aber als erster deutscher Spitzenpolitiker zu einer Facebook-Party ein. Vor allem Vertreter der Medien kamen.

Dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef ist mit seiner Facebook-Party zumindest ein medialer Erfolg gelungen: Allein mit der Ankündigung der Veranstaltung in der Münchner Nobel-Diskothek "P1" löste Seehofer einen Riesenwirbel im Netz und in den Medien aus.

Allerdings: Noch vor wenigen Monaten war für den 62-Jährigen das soziale Netzwerk ebenso fremd wie den meisten Politikern seiner Generation. Im Januar hatte er eingeräumt, zwar offiziell eine Facebook-Seite zu betreiben, dort aber nicht selbst zu schreiben. Für Einträge dort habe er seine Mitarbeiter.

Ohne Krawatte zur Party

Doch am Dienstag veranstaltete der bayerische Ministerpräsident als erster deutscher Spitzenpolitiker eine Facebook-Fete. Zu verdanken hat Seehofer das CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und internetkundigen Mitarbeitern. Seehofer: "Die haben mich gefragt, ob ich dazu bereit wäre." Er sei vorher in die Staatskanzlei gegangen, um die Krawatte auszuziehen. Anbiedern wolle er sich aber nicht, betonte der CSU-Chef.

Die ersten Gäste tröpfelten am Dienstagabend eher zögerlich ein. Anstelle eines befürchteten Massenandrangs tausender Gäste kamen nur einige hundert Besucher, darunter viele Journalisten und Mitglieder der bayerischen Traditionspartei. CSU-Generalsekretär Dobrindt sprach dennoch von einem Erfolg. Das zeige das Interesse im Netz.

Fanzahlen bleiben bescheiden

Tatsächlich hat die Facebook-Party auf Seehofers Seite zu einer Verdopplung seiner bisherigen Fanzahlen von zuletzt knapp 5.000 auf jetzt 10.000 geführt. Dennoch zählt der bayerische Ministerpräsident auch damit noch zu den kleinen Größen in dem sozialen Netzwerk. Zum Vergleich: Kanzlerin Angela Merkel hat aktuell 155.000 Facebook-Fans und auch das ist gegenüber Stars aus dem Showgeschäft eine eher blasse Zahl. Popstar Justin Bieber etwa kann auf knapp 43 Millionen Fans auf Facebook verweisen.

Die Fanzahlen für Seehofer bleiben also auch nach seiner ersten Facebook-Party übersichtlich, SPD und Grüne im bayerischen Landtag schimpfen dennoch. "Ich gehe davon aus, dass die CSU auch die Kosten für den Polizeieinsatz für Seehofers Facebook-Party übernimmt. So schauts halt aus, wenn man krampfhaft modern sein will", spottete Grünen-Chef Dieter Janecek. SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher lästerte: "Ein in die Jahre gekommener Polit-Senior macht plötzlich auf Facebook-Hippie."

haz/se (dpa, afp)