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Aktuell Afrika

Sechs Tote bei Attentat in Kairo

In der ägyptischen Hauptstadt kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Aufständischen. Nun töteten mutmaßliche Islamisten sechs Soldaten an einem Checkpoint.

Unbekannte haben an einem Kontrollposten der ägyptischen Militärpolizei in Kairo alle sechs dort postierten Soldaten erschossen. Die Nachrichtenwebsite "Al-Ahram" meldete unter Berufung auf einen Militärsprecher, die Angreifer hätten am Tatort im Stadtteil Schubra al-Chaima anschließend noch zwei Sprengsätze versteckt. Diese seien vom Zivilschutz aber rechtzeitig entdeckt und dann von einem Ingenieurstrupp der Armee entschärft worden.

Die Soldaten wurden laut "Al-Ahram" beschossen, als sie gerade das islamische Morgengebet verrichtet hatten. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die Militärführung beschuldigte die Muslimbruderschaft, ohne Beweise für diesen Verdacht vorzulegen.

Drei Angreifer töteten, einer machte Fotos

Die Angreifer sollen zu viert gewessen sein. Nach Informationen des ägyptischen Online-Mediums "youm7" fuhren sie in einem Auto auf den Kontrollposten zu. Drei von ihnen sollen geschossen haben, während der vierte Angreifer Fotos machte.

Die Zahl der Angriffe und Anschläge auf Armee und Polizei hat seit der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 stark zugenommen. Die meisten dieser Attacken ereigneten sich bislang auf der unruhigen Sinai-Halbinsel. Allerdings kam es zuletzt auch im Nil-Delta und in der Hauptstadt Kairo vermehrt zu Gewalttaten.

Erst am vergangenen Mittwoch war ein Offizier in einem Bus der Armee erschossen worden. Mursi, der vom Militär gestürzt wurde, stammt aus der Muslimbruderschaft. Er und Hunderte Führungskader der Islamistenbewegung sitzen inzwischen im Gefängnis. Die Muslimbrüder haben sich von den jüngsten Angriffen auf Angehörige der Sicherheitskräfte distanziert.

Bislang mindestens 1400 Tote

Dagegen hatte sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis, die ihre Stützpunkte im Norden der Sinai-Halbinsel hat, zu mehreren Anschlägen in den vergangenen Monaten bekannt. Darunter war ein fehlgeschlagenes Attentat auf Innenminister Mohammed Ibrahim. Die Armee hatte im vergangenen Sommer im Nord-Sinai eine der größten Militäroffensiven seit Jahren gestartet. Seit dem Sturz Mursis wurden bei Zusammenstößen zwischen den ägyptischen Sicherheitskräften und Islamisten mindestens 1400 Menschen - überwiegend islamistische Demonstranten - getötet, mehrere Tausend wurden inhaftiert.

sti/det (afp, dpa, rtr)