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Amerika

Sechs Tote bei Anschlag auf US-Abgeordnete

Ein brutaler Anschlag erschüttert die USA: In Tucson in Arizona schoss ein Attentäter der US-Kongressabgeordneten Giffords in den Kopf. Die Politikerin überlebte, aber bei der Schießerei kamen sechs Menschen ums Leben.

Rettungsarbeiten in Tucson (Foto: AP)

Der Tatort in Tucson

Das Verbrechen ereignete sich am Samstagvormittag (08.01.2011) in Tucson, als die 40-jährige demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords in einem Einkaufszentrum mit politischen Anhängern zusammentraf. "Es wurden zwischen 15 und 20 Schüsse abgefeuert", berichtete ein Augenzeuge. Der Täter habe der Politikerin aus nächster Nähe gezielt in den Kopf geschossen. Dann sei völliges Chaos ausgebrochen.

Täter wurde festgenommen

Über Stunden waren die genauen Ereignisse völlig unklar: Zeitweise hieß es, die Abgeordnete sei tot. Ersten Berichten zufolge soll es sich bei dem Schützen um einen 22 Jahre alten Mann handeln. Er wurde nach der Tat überwältigt und festgenommen. Die Polizei sucht nach einem möglichen Komplizen.

Die demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords (Foto: AP)

Gabrielle Giffords

Die angeschossene Politikerin wurde nach Medienberichten ins University Medical Center in Tucson gebracht. Die Ärzte sprachen von einem glatten Kopfdurchschuss. Gabrielle Giffords sei operiert worden und befinde sich in kritischen Zustand, sagte ein Krankenhausarzt. Er sei aber optimistisch, dass die Patientin überleben könne.

Unter den sechs Getöteten befinden sich nach bisher vorliegenden Informationen auch ein Richter und ein neunjähriges Mädchen. 19 Verletzte wurden nach Angaben der Polizei in Krankenhäuser gebracht.

Obama spricht von einer Tragödie

US-Präsident Barack Obama zeigte sich geschockt über den Anschlag auf seine Parteifreundin. Es handele sich um eine "unsagbare Tragödie". Eine solche "sinnlose und schreckliche Gewalttat" habe in einer freien Gesellschaft keinen Platz, erklärte er in einer ersten Stellungnahme. Erschüttert äußerten sich auch die US-Republikanerin Sarah Palin sowie der neu gewählte Präsident des Abgeordnetenhauses, John Boehner. "Das ist ein trauriger Tag für unser Land", erklärte Boehner.

Feuerwehrleute in Tucson (Foto: AP)

Rettungsarbeiten am Ort des Anschlags

Vertraute der Angeschossenen berichteten, es habe Drohungen gegen Giffords gegeben. Das politische Klima in Arizona sei besonders vor den Kongresswahlen Anfang November extrem aufgeheizt gewesen. Gabrielle Giffords hatte sich bei den Kongresswahlen im November knapp gegen einen Bewerber der erzkonservativen Tea Party durchgesetzt. Vor allem wegen ihrer Unterstützung für die Gesundheitsreform soll sie sich bei etlichen rechten Wählern unbeliebt gemacht haben. Ihr Büro in Tucson wurde im März verwüstet, wenige Stunden nachdem das Repräsentantenhaus für die Reform gestimmt hatte. Giffords gilt auch als Befürworterin der embryonalen Stammzellenforschung, die von Republikanern leidenschaftlich bekämpft wird.

Autor: Marko Langer (mit dpa, rtr, dapd)
Redaktion: Michael Wehling

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