Sechs Kinder bei Schulbusunglück in Frankreich getötet | Aktuell Europa | DW | 15.12.2017
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Frankreich

Sechs Kinder bei Schulbusunglück in Frankreich getötet

In Südfrankreich ist ein Regionalzug so heftig mit einem Schulbus kollidiert, dass der Bus in zwei Teile gerissen wurde. Mindestens sechs Kinder kamen ums Leben. 18 Menschen erlitten Verletzungen, elf von ihnen schwere.

Einen Tag nach dem Unglück ist die Zahl der toten Kinder auf sechs gestiegen. Zwei Mädchen erlagen ihren schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Von den 18 Verletzten schweben noch mehrere in Lebensgefahr. Die Opfer sind inzwischen identifiziert. Die Angehörigen werden psychologisch betreut.

Der Zusammenprall ereignete sich an einem beschrankten Bahnübergang in Millas westlich von Perpignan, das nahe der spanischen Grenze am Mittelmeer liegt. Erste Bilder vom Unfallort bezeugten die Wucht des Aufpralls. Französische Medien berichten, dass der Zug den Bus in zwei Teile geschnitten habe. Die örtliche Zeitung "L'Indépendant" zitierte auf ihrer Internetseite eine Bahnreisende namens Barbara, derzufolge der Aufprall "sehr stark" war. Sie fügte hinzu: "Wir dachten, der Zug werde aus dem Gleis springen."

Der Zug war auf einer Strecke westlich von Perpignan zur Stadt Villefranche de Conflent unterwegs. 95 Feuerwehrleute, zahlreiche Polizisten und mehrere Helikopter waren nach Angaben der Präfektur im Einsatz. Wie es zu dem schweren Unfall kam, ist noch offen.

"Schrecklicher Unfall"

Die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne sprach auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter von einem "schrecklichen Unfall". Die Ministerin sowie Regierungschef Edouard Philippe und Vertreter der französischen Bahngesellschaft SNCF kündigten an, sich zum Unfallort in den östlichen Pyrenäen zu begeben. Philippe sprach von einem "furchtbaren Drama". Priorität habe nun, die Familien, "von denen wir alle wissen, dass sie eine Phase der Angst durchleben", mit Informationen zu versorgen. Die Identifikation der Toten sei sehr schwierig. Die Justiz habe eine Untersuchung eingeleitet.

Frankreich Schulbus-Unfall in der Nähe von Perpignan (Getty Images/AFP/R. Roig)

Premierminister Philippe eilte sofort zum Unfallort

Der französische Präsident Emmanuel Macron drückte vom EU-Gipfel in Brüssel aus via Twitter sein Mitgefühl aus und betonte, alle seine Gedanken seien bei den "Opfern dieses furchtbaren Unfalls eines Schulbusses und ihren Familien".

Dritter schwerer Unfall

Es handelt sich um den dritten schweren Unfall auf französischen Bahngeleisen in den vergangenen vier Jahren. 2015 kamen beim Unglück eines französischen TGV-Testschnellzugs im Elsass elf Menschen ums Leben, 42 weitere wurden verletzt. 2013 gab es sieben Tote, als ein Intercity-Zug kurz vor dem Bahnhof von Brétigny-sur-Orge im Département Essonne entgleiste.

Das neuerliche tödliche Unglück dürfte die Debatte über das System der Bahnübergänge anheizen. Bei der Kollision eines Zuges mit einem Auto in Condé-sur-Huisne im Nordwesten Frankreichs waren 2015 drei Menschen ums Leben gekommen. 1997 wurden an einem Bahnübergang in der Nähe von Port-Sainte-Foy in Westfrankreich 13 Menschen getötet, als ein Regionalzug einen Tanklaster erfasste.

kle/ml (afp, dpa)