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Aktuell Deutschland

Sebastian Edathy sendet Lebenszeichen

Wegen massiver Anfeindungen floh er 2014 aus Deutschland - und blieb seitdem medial weitgehend stumm. Nun hat sich der über eine Kinderporno-Affäre gestürzte Ex-Politiker wieder umfassend öffentlich geäußert.

Im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) übte Sebastian Edathy Selbstkritik, beklagte aber auch seine soziale Ächtung. Man habe ihn "noch kleiner als ein Atom" machen wollen, sagte der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete. Zugleich räumte er ein, sich zu spät zu seiner moralischen Schuld bekannt zu haben. Der Erwerb von Filmen mit nackten Jugendlichen sei "unnötig und falsch" gewesen. Edathy betonte allerdings, er habe "kein sexuelles Interesse an Minderjährigen". Womöglich sei er "strukturell generell ein Borderliner", erklärte er mit Blick auf sein Fehlverhalten.

Der einstige Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages war im Februar 2014 von allen politischen Ämtern zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft bekannt gemacht hatte, dass Edathy über das Internet Nacktbilder von Minderjährigen bezogen hatte. Er war daraufhin wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials angeklagt worden. Letztlich stellte das Landgericht Verden den Prozess aber im März 2015 ein - gegen Zahlung einer Geldauflage. Der 46-Jährige gilt damit juristisch weiter als unschuldig und ist nicht vorbestraft.

Verpartnerung steht an

Edathy lebt derzeit in einem geheimen Domizil am Rande einer nordafrikanischen Stadt - nach eigener Darstellung bescheiden und ohne laufendes Einkommen. Zumindest privat zeichneten sich aber nun neue Perspektiven ab, berichtete Edathy. Im Dezember wolle er in Deutschland offiziell eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Sein Partner sei Hotelmanager in dem arabischen Land, in dem Edathy jetzt wohne, erfuhr das "SZ-Magazin".

wa/chr (dpa, afp, sz)

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