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Afrika

SEACOM - Ein Kabel für Afrika

Das befreiende Gefühl, wenn der Internetanschluss endlich funktioniert, wird jetzt fünf Ländern gleichzeitig beglücken. Denn der Südosten Afrikas wird ans Internet angeschlossen - mit einem Kabel.

Jungen Kenianerinnen surfen im Internet in einem Café in Nairobi (Foto: AP)

Surfen im Internetcafé in Kenia

Ein Internet-Seekabel ist nicht irgendein Kabel. Armdick, aus acht Schichten bestehend, muss es dem aggressiven Salzwasser des Meeres standhalten. Es muss lange halten, denn das Verlegen und Reparieren ist teuer. Und es muss seine eigentliche Aufgabe perfekt meistern: Daten sicher und schnell von A nach B transportieren.

14.000 Kilometer überwindet das neue Kabel

Im Rahmen des Projektes SEACOM wird ein solches Kabel entlang der ostafrikanischen Küste verlegt. Knapp 14.000 Kilometer lang wird es sein und Europa und Südasien mit den Ländern Südafrika, Mosambik, Tansania, Kenia und Madagaskar verbinden. Bisher sind diese Länder nur über Satellit ans Internet angeschlossen. Das macht die Verbindungen teuer und langsam. Das neue Internet-Seekabel, das am Donnerstag (23.07.2009) in Betrieb genommen wird, wird die Internetkosten auf etwa ein Zehntel senken und die Geschwindigkeit vervielfachen.

Infografik SEACOM (Grafik: DW)

Infografik SEACOM

Für die wirtschaftliche Entwicklung in Südost-Afrika kann das nur gut sein, sagt Michael Monnerjahn vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft: "Die Bedeutung ist enorm, denn bisher gibt es vor allem in Ostafrika ein starkes Wachstum im Bereich der Mobilfunkkommunikation, aber der Bereich Festnetz, Festnetz/Internet ist sehr schwach entwickelt und da sehen wir ein erhebliches Marktpotenzial."

Internet der neuesten Generation

Das neue Internet-Seekabel gehört der neuesten Generation der Internetübertragungstechnik an. Das Herzstück besteht aus Glasfasern und ermöglicht eine Übertragungsgeschwindigkeit von 1,3 Terabit pro Sekunde. Das entspricht theoretisch mehr als einer halben Million herkömmlicher DSL-Anschlüsse - im Volllastbetrieb. Oder, anders gerechnet: Mehr als 20 Millionen Menschen könnten gleichzeitig das Deutsche-Welle-Radio über Internet hören.

Ein Internet-Café in Nairobi (Foto: AP)

Schnellere Internet-Verbindungen für Süd- und Ostafrika

Ein Satellit, der bisher Ostafrika mit dem Internet verbindet, ist für die Internetübertragung dagegen eher ungeeignet, sagt Frank Orlowski vom Unternehmen De-Cix, das den größten Internetknotenpunkt Deutschlands in Frankfurt betreibt. "Seekabel insgesamt führen dazu, dass Satellitenverbindungen in Regionen abgelöst werden können, die bisher noch keinen schnellen Internetzugang haben. Das Internet ist ein sehr interaktives Medium, das heißt, der Satellit eignet sich an sich nicht für die interaktive Datenübertragung, insofern nehmen wir das natürlich immer mit Interesse zur Kenntnis, wenn neue Seekabel-Systeme in Betrieb gehen."

Verbindung zum Rest der Welt

Auch für Unternehmen und Organisationen, die mit Südafrika, Mosambik, Tansania, Kenia und Madagaskar zu tun haben, wird das neue Internet-Kabel Verbesserungen bringen. Denn bisher sind Internet und Festnetz in diesen Ländern sehr schwach ausgebaut, die Kommunikation läuft hauptsächlich über Mobilfunk. Michael Monnerjahn vom Afrika-Verband berichtet, dass E-Mails häufig nicht ankommen und eine zuverlässige Kommunikation nur über Mobilfunk gesichert ist. Das dürfte demnächst der Vergangenheit angehören, wenn der digitale Graben zwischen Ostafrika und dem Rest der Welt ein gutes Stück schmaler geworden ist.

Autor: Konstantin Zurawski
Redaktion: Stephanie Gebert

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