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Brandkatastrophe Grenfell Tower

Scotland Yard: Kühlgerät löste Londoner Hochhausbrand aus

Eine defekte Kühl-Gefrierkombination hat das verheerende Feuer im Londoner Grenfell Tower ausgelöst. Wegen leicht entzündlichen Baumaterialien ermitteln die Behörden wegen fahrlässiger Tötung.

Das Gerätemodell "FF175BP" der britischen Marke "Hotpoint" sei bislang nicht zurückgerufen worden. Der Hersteller überprüfe nun das Modell. "Hotpoint" wird von dem Elektrogeräte-Hersteller Whirlpool aus den USA vertrieben. Das Unternehmen Whirlpool forderte Kunden, die das Modell besitzen, auf, sich umgehend bei der Unternehmenshotline zu melden. "Worte können unsere Trauer über diese furchtbare Katastrophe nicht beschreiben", teilte das Unternehmen in Reaktion auf den Bericht von Scotland Yard mit. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark forderte eine umgehende Untersuchung durch das Unternehmen.

Es habe sich definitiv nicht um Brandstiftung gehandelt, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard vor Reportern. Die Gebäudeverkleidung und Isolierung hätten unterdessen Sicherheitstests nicht bestanden. Die offizielle Untersuchung der Brandursache bestätigte damit nun amtliche Vermutungen, die schon seit dem Brand in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche in den britischen Medien kursieren. Berichten zufolge hatte die brennbare Gebäudeverkleidung in dem 24 Stockwerke hohen Londoner Sozialbau erheblich zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen.

Polizei ermittelt gegen Bauunternehmen

Nach der Brandkatastrophe erwägt die Polizei jetzt unter anderem eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Die Ermittler hätten Unterlagen von mehreren Organisationen beschlagnahmt, sagte McCormack. Die Behörde untersuche allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz. Man sehe sich alle Unternehmen an, die am Bau und an der Sanierung des Grenfell Tower beteiligt gewesen seien, hieß es weiter. Das Hochhaus war erst vor kurzem saniert worden.

Weiterhin ungeklärt ist, wie viele Menschen sich genau in dem Sozialbau befunden haben. Die gefundenen Leichen seien inzwischen aus dem Gebäude gebracht worden, sagte die Scotland Yard-Sprecherin.  Die Behörden hatten bislang 79 Tote bestätigt. Die Ermittler befürchten, dass sich weitere Menschen in dem Hochhaus befunden haben könnten, über die nichts bekannt sei. Berichten zufolge sollen möglicherweise zahlreiche Menschen illegal in dem Hochhaus gelebt haben. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hatte zuvor gefordert, dass solchen Bewohnern des Gebäudes, sollten sie sich zudem illegal in Großbritannien aufgehalten haben, nachträglich ein Bleiberecht eingeräumt werden sollte.

myk/qu (dpa, rtre)