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Sport

"Schwimmen ist mehr als Kachelzählen"

Brustschwimmer Christian vom Lehn geht zum ersten Mal bei Olympischen Spielen an den Start, gilt aber in London durchaus als Medaillenhoffnung. Auch in der Lagenstaffel rechnet er sich Chancen aus.

Das Schwimmzentrum in Wuppertal – die Hochburg der Brustschwimmer. Neben Sarah Poewe ist nun auch Christian vom Lehn ganz vorn mit dabei, und das nicht nur national. Christian vom Lehn ist Spezialist über die 200 Meter Brust. Bei der WM im letzten Jahr in Shanghai holte er Bronze und schwamm sich in die Weltelite. Als Jüngster im deutschen Team zeigte er mit 19 Jahren eine herausragende Leistung, doch die plötzliche Abreise von Olympiasiegerin Britta Steffen stellte alles in den Schatten. "Ich hatte kein Problem damit, nicht im Mittelpunkt zu stehen", sagt er heute. "Das wird dann hoffentlich in London kommen."

Für die Spiele in London ist er qualifiziert. Bei den deutschen Meisterschaften schaffte er die Qualifikation für die 200 Meter Brust – seine Spezialstrecke. Auch mit der Lagenstaffel hat er kürzlich in Ungarn EM-Silber gewonnen. "Das Brustschwimmen ist schön anzuschauen, weil man durch diese Gleitphase sehen kann, wie schön man durch das Wasser gleiten kann, wenn man es wirklich drauf hat." Das Wichtigste beim Brustschwimmen sei die Beinarbeit, erklärt er, weil man ohne den Beinschlag zwar noch 50 Meter oder 100 Meter Brustschwimmen könne. "Aber 200 Meter nicht, weil da einfach der Schub aus den Beinen fehlt, um in die Gleitphase reinzukommen. Ich habe das Glück, dass mein Beinschlag sehr gut ist."

Beim Rückenschwimmen langsamer

Brustschwimmen sei anspruchsvoller als die anderen Lagen. Die beherrsche er auch eher nur mäßig, gibt er zu. Beim Rückenschwimmen ist er sogar langsamer als in seiner Spezialdisziplin. Beim Brustschwimmen hat man kaum ein Gefühl für den eigenen Rang, im Rennen bleibt kaum Zeit für einen Blick nach rechts oder links, verrät er. Man sehe den Gegner nur, wenn man fast gleichauf sei, sonst nur bei der Wende. Das lässt nur einen Entschluss zu: "Ich denke, man macht mehr oder weniger sein eigenes Ding und versucht, optimal zu schwimmen und die optimale Zeit zu erzielen."

Marco di Carli, Steffen Deibler, Christian vom Lehn und Helge Meeuw zeigen ihre Silbermedaillen bei der EM. (Foto: Marius Becker, dpa)

Mit der Staffel war Christian vom Lehn (2.v.r.) im Mai bei der EM in Ungarn erfolgreich

Seit Abschaffung der Wunderanzüge dürfen Schwimmer nur noch mit einer Schwimmhose antreten, die bis zu den Knien gehen darf. Kein Problem für vom Lehn – er ist nie mit den Anzügen geschwommen. Seine größte Herausforderung in diesem Jahr: Die Olympischen Spiele in London – seine erste Teilnahme. "Bei den Olympischen Spielen mitzumachen ist natürlich der größte Traum jedes Schwimmers", schwärmt er. "Vielleicht nicht für jeden Fußballer, weil bei den Fußballern ja zum Beispiel eine Weltmeisterschaft höher angesiedelt ist."

Sightseeing in London

Noch hat vom Lehn keine Ahnung, was ihn dort erwartet, in London war er noch nie. "Ich lasse mich überraschen, wie da alles so aussieht. Auch die Halle, wie die so sein wird. Also mal gucken." Doch wenn er schon mal da ist, dann macht er auch Sightseeing, hat er sich vorgenommen. "Die Schwimmwettkämpfe sind ja in der ersten Woche und in der zweiten Woche haben wir Freizeit und können machen, was wir wollen. Da können wir uns auch andere Wettkämpfe angucken."

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