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Politik

Schwieriger Zugang im Sudan

Im Sudan soll es "No-Go-Areas" geben, in die keine Hilfsorganisationen dürfen, weil es zu gefährlich sei. Helfer vermuten dahinter jedoch politische Absichten der Regierung, die Hilfe nur dort will, wo sie ihr Recht ist.

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Getreideabwürfe über Darfur sollen helfen

Sudan - die Lage im größten Land Afrikas ist verworren, sinnvolle humanitäre Hilfe extrem schwierig. Trotz der mangelnden Zusammenarbeit der Regierung nehmen zurzeit immer mehr Organisationen ihre Arbeit in Darfur auf - wie jetzt zum Beispiel auch in einer gemeinsamen Aktion die "Diakonie Katastrophenhilfe" und "Caritas International". Vom Büro in Nyala in Süd-Darfur aus wird ein 18monatiges Hilfsprogramm für die Provinz gestartet, das 500.000 Menschen zugute kommen soll. Es umfasst die Verteilung von Plastikplanen, Decken, Moskitonetzen sowie hygienische Maßnahmen, wie den Bau von Latrinen und ein Gesundheitsprogramm.

Zweifelhafte Kooperation

Hilfstransport für Darfur

Ein Schweizer Hilfstransport wird in Libyen für den Transport nach Darfur vorbereitet

Gesine Wolfinger von der "Diakonie Katastrophenhilfe" ist - noch - zuversichtlich, dass die Hilfe auch bei den Not leidenden Menschen ankommt. "In Nyala muss man sich als Organisation registrieren lassen, bei der 'Humanitarian Assistance Commission', die von der sudanesischen Regierung geleitet wird." Dort sei der Hilfsorganisation gesagt worden, dass die Regierung sehr auf Kooperation setze und versuchen wolle, den Zugang zu den Flüchtlingen zu ermöglichen.

Andere wissen jedoch, dass es um die Kooperationswilligkeit der sudanesischen Regierung nicht immer gut bestellt ist. Wie zum Beispiel die Mitarbeiter der "Deutschen Welthungerhilfe". Die Organisation hat ihre Hilfe derzeit auf Nord-Darfur konzentriert, auf die Stadt Kutum - ein Ort mit ursprünglich etwa 12.000 Einwohnern. Er wuchs innerhalb weniger Wochen auf über 100.000 Menschen an. Bei ihrer Arbeit kommt der "Deutschen Welthungerhilfe" zugute, dass sie schon seit 1998 im Sudan tätig ist und auf einen verlässlichen lokalen Partner setzen kann. Ebenso wie manche andere Organisation leidet sie unter den Behinderungen durch die sudanesischen Behörden.

Diese Menschen haben nichts

Kein Ende des Elends

Sudanesische Flüchtlinge vor ihrer Notunterkunft in der Nähe der Stadt Nyala in der Provinz Darfur

Manfred Hochwald ist für die Hilfe der "Welthungerhilfe" im Sudan zuständig. Er sagt: "Es gibt in Darfur 'Go-Areas' und 'No-Go-Areas'. Letztere werden unter Umständen in ganz kurzer Zeit definiert. Gebiete, wo man in Ruhe arbeiten konnte, werden abgeschottet und sind nicht mehr begehbar." Für die Menschen, die in diesen abgeschotteten Gebieten leben, ist das eine weitere Katastrophe. "Gerade im westlichen Darfur gibt es Gebiete, die haben weder Hilfsorganisationen noch Vertreter der Vereinten Nationen je betreten." Es gebe Hochrechnungen zu den Bevölkerungszahlen, die Spannbreite liegt zwischen 100.000 und 500.000 Menschen. "Diese Menschen können absolut nicht erreicht werden. Die haben nichts. Was sich hinter den Linien abspielt, das hat niemand gesehen", sagt Hochwald von der "Deutschen Welthungerhilfe".

"Fast kein Zugang möglich"

Von der Regierung in Khartum werden offiziell kriegerische Auseinandersetzungen und Sicherheitsbedenken als Grund dafür angeführt, eine "No-Go-Zone" auszurufen. Doch dahinter könnte auch politisches Kalkül stecken, vermuten viele Helfer. Marina Peter vom "Sudan Focal Point Europe", einem internationalen Netzwerk kirchlicher Hilfsorganisationen, dem unter anderem "Brot für die Welt", "Misereor" und "Missio" angehören, sieht das besonders kritisch: "Die sudanesische Regierung hat immer wieder die Tatsache, dass sie Hilfsorganisationen eine Erlaubnis erteilen musste, damit die tätig werden konnte, dazu benutzt, sie von bestimmten Regionen abzuhalten. Dort, wo sie eben keine Zeugen haben wollte. Zum Beispiel war in den Ölgebieten über Monate, über Jahre fast kein Zugang möglich."

Eine neue Taktik sei das nicht. "Die Gefahr ist wirklich sehr groß, dass Hilfsorganisationen nur da arbeiten dürfen, wo es eben auch politisch passt. Und im Prinzip ist das ein Skandal", sagt Peter.

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