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Deutschland

Schwieriger Kampf gegen Landminen

Deutschland stellt immer weniger Hilfe für Minenaktionsprogramme zur Verfügung - im Gegensatz zu anderen Ländern. Verminte Flächen verringern sich derweil nur wenig.

Landminenwarnschild mit Totenkopf, daneben spielende Kinder

Landminenwarnung in Kambodscha

Thomas Küchenmeister ist im Stress - er hat noch einige Bundestagsabgeordnete auf seiner Liste, mit denen er reden möchte. Lobbyarbeit nennt sich das. Küchenmeister ist Leiter des Aktionsbündnis "Landminen.de" und hat ein Ziel: "Eine deutliche Erhöhung des Beitrags für das Entdecken und Räumen von Landminen."

Vier Blauhelmsoldaten suchen auf einem Feld nach Landminen

Suche nach Landminen in Bosnien

Die Bundesregierung gibt seit 2002 jedes Jahr weniger Geld für den Kampf gegen Landminen aus. Vor fünf Jahren waren es noch fast 20 Millionen Euro für Minenaktionsprogramme, in diesem Jahr nur noch knapp 13 Millionen Euro. Am Donnerstag (15.112007) entscheidet der Haushaltsausschuss, wie viel das Aktionsprogramm im nächsten Jahr bekommt. Zehn Millionen sind angedacht - zu wenig, meint Küchenmeister. "Im Vergleich zu anderen Staaten hinkt Deutschland weit hinterher." Gemessen am Bruttoinlandsprodukt zahlt Dänemark beispielsweise fast zehn Mal so viel wie Deutschland.

Opferzahl sinkt

Humpelnder Afghane auf einem Bein mit zwei Stöcken

Minenopfer aus Afghanistan

Insgesamt haben Küchenmeister und sein Team jedoch Grund zur Freude. Denn die von Landminen verursachten Opferzahlen sinken. Offiziell waren es im vergangenem Jahr 5751 Opfer weltweit, das sind 16 Prozent weniger als noch im Jahr davor. Gründe dafür sind vor allem die bessere Aufklärung und mehr Geld von Hilfsorganisationen.

Entwarnung will Küchenmeister trotzdem nicht geben. "Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich viel höher. Wir vermuten, dass es 20.000 Opfer pro Jahr sind." Die verminten Flächen verringern sich nur sehr langsam. Ein Prozent habe man im vergangenen Jahr geräumt. 200.000 Quadratkilometer bleiben noch - eine Fläche so groß wie Weißrussland.

Ottawa-Abkommen erfolgreich

Die Hilfsprogramme sind heute effektiver als noch vor zehn Jahren, sagt Küchenmeister. Das sei ein Erfolg des 1999 ins Leben gerufenen Ottawa-Abkommens. Dieses internationale Verbot der Herstellung, Weitergabe und des Einsatzes von Antipersonenminen wurde bereits von 155 Staaten unterzeichnet. Allerdings sind wichtige Länder wie die USA, Russland oder Pakistan noch immer nicht im Boot und stellen nach wie vor Antipersonenminen her.

Ein Minenhund schnüffelt am Boden neben seinem Hundetrainer

Minenhund im Libanon

Neue Gefahrenherde kommen hinzu, beispielsweise der Libanon. Die im Libanon-Krieg verwendete Streumunition hat eine hohe Blindgängergefahr. "Diese Streumunition stellt für Zivilisten eine ähnlich große Gefahr dar wie die Landminen, wenn nicht sogar eine größere," sagt Küchenmeister.

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