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Wirtschaft

Schwierige Euro-Einführung in Polen

Falschgeld bereitet den polnischen Banken Kopfzerbrechen, während die Bevölkerung noch D-Mark hortet.

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Viele Polen haben bei der Einführung des Euro-Bargelds Angst vor Fälschungen.

Nach Schätzungen der Bundesbank ist jede vierte Mark des gesamten Bargeldbestandes in der Region des ehemaligen Ostblocks im Umlauf. In Zahlen ausgedrückt dürften es 50 bis 60 Milliarden sein. Polen gehört außerhalb der Bundesrepublik zu den Ländern, in denen besonders viele DM-Scheine im Umlauf sind. Auch sie müssen nach der Einführung des Euro-Bargeldes Anfang 2002 umgetauscht werden.

Umtausch nicht einheitlich geregelt

Die Vorbereitungen der Banken auf den Wechsel laufen mittlerweile auf Hochtouren. Friedhelm Herb, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank 24 Polska: "Zum einen gehen wir davon aus, dass wir als eine deutsche Bank besonders viel Zuspruch bekommen und Anfragen für Geld-Wechsel und werden deshalb frühzeitig darauf aufmerksam machen. Wir bilden unserer Kassierer extra aus für die neuen Banknoten."

Ob alle Geldinstitute die D-Mark in den Euro umtauschen werden und zu welchen Konditionen, bleibt noch offen. Sicher ist dagegen, dass die meisten Banken in Polen auf den Umtausch gerne verzichten würden. Sie behaupten, dass der Wechsel-Service mehr Kosten als Einnahmen bringen würde.

Banken erwägen Wechselgebühren

Da zum Umtausch große Bargeldbestände in Euro eingekauft werden müssen, diese aber um ein Mehrfaches niedriger verzinst sind als der polnische Zloty, bedeutet der Einkauf vorerst einmal ein Minus in der Rechnung. Daher wollen die meisten Banken auch Gebühren für den Umtausch nehmen, über die genaue Höhe haben sie aber noch nicht entschieden.

Auch die Planung ist schwer, denn niemand weiß, wie hoch die D-Mark-Bestände in Polen nun wirklich sind. Dies liegt daran, dass viele Polen einen Großteil ihres Geldes nicht in Banken, sondern zu Hause deponieren. Und das wiederum hat auch seine Gründe, sagt Friedhelm Herb von der Deutschen Bank 24 Polska: "Es gibt ja viele Polen, die zeitweise in Deutschland gearbeitet haben oder weiterhin arbeiten, und ihre Ersparnisse in DM halten. Wenn wir hier von Ersparnissen reden, dann sind sie in Bargeld und nicht auf Bankkonten. Somit kommt dann bei der Umstellung zum Euro zu einem großen Bedarf an Wechsel-Währung."

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