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Aktuell Amerika

Schwerstes Erdbeben in Kalifornien seit 25 Jahren

Ein schweres Erdbeben hat Nordkalifornien erschüttert. Es gab mehr als 90 Verletzte, Gebäude und Straßen wurden beschädigt, Zehntausende Haushalte sind ohne Strom. Der Gouverneur des Bundesstaates rief den Notstand aus.

Kaliforniens Erde bebte und die Folgen sind enorm. Rund 100.000 Menschen waren nach Angaben der US-Erdbebenwarte betroffen, fast 100 Personen wurden in der Region Napa nördlich von San Francisco verletzt. Drei von ihnen befänden sich in einem kritischen Zustand, wie Vertreter der Stadt Napa mitteilten. Ein Kind musste mit lebensgefährlichen Verletzungen mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht werden.

Notstand sichert schnelle Hilfe

Die meisten Opfer hätten Verletzungen wie Schnittwunden, Quetschungen oder Prellungen erlitten, meldete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf eine Kliniksprecherin.

Viele Stromleitungen wurden herunter gerissen, mehr als 50.000 Haushalte in Napa und benachbarten Bezirken sollen von der Stromversorgung abgeschnitten sein. Verschiedene US-Fernsehsender zeigten schwerbeschädigte Gebäude sowie Brände, die immer wieder ausbrachen. Nach Angaben der kalifornischen Feuerwehr waren mehrere Menschen in Napa in ihren Häusern eingeschlossen.

Die Verkehrspolizei in der Bucht von San Francisco kündigte an, sie überprüfe alle Brücken auf mögliche Schäden. Eine Brücke wurde vorsorglich gesperrt. Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief dem Sender CNN zufolge für die Region Napa den Notstand aus. Damit kann rasch Hilfe aus Washington in die betroffenen Gebiete fließen.

Warten auf "The Big One"

Das Beben der Stärke 6,0 soll das schwerste seit 25 Jahren in der Region gewesen sein. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte lag das Zentrum des Bebens knapp 11 Kilometer unter der Erdoberfläche nordwestlich von American Canyon, im Weingebiet Napa. Das Napa Valley liegt etwa 75 Kilometer von San Francisco und mehr als 80 Kilometer von Sacramento entfernt. Auch dort waren die Erdstöße noch zu spüren. Es wurden rund 60 leichtere Nachbeben gemessen, eines erreichte die Stärke 3,6.

"Es war wie eine Achterbahn", schilderte eine Augenzeugin. Ein anderer Augenzeuge sagte: "Ich dachte, das sei "The Big One". Ich habe mein ganzes Leben in San Francisco verbracht und immer wenn es länger als zehn Sekunden bebt, denkst du: Jetzt ist es soweit." Seit Generationen fürchten die Menschen in Kalifornien "The Big One" - das überfällige Großbeben.

Heftige Nachbeben erwartet

Der Erdstoß vom Sonntagmorgen war laut mehrerer Medienberichte das schwerste Beben in der Region seit dem Loma-Prieta-Beben nahe San Francisco 1989, das eine Stärke von 6,9 erreichte. Damals waren 63 Menschen ums Leben gekommen und massive Schäden entstanden. Der gesamte Westen des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch besonders aktiv ist.

Auch nach dem aktuellen Erdbeben ist die Gefahr für die Menschen in Kalifornien noch nicht vorbei. Eine Expertin der US-Erdbebenwarte rechnet für die kommende Woche mit Nachbeben, die eine Stärke von bis zu 5,0 haben könnten.

cw/sti (dpa, afp)