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Kultur

Schwerster Taifun seit 50 Jahren verwüstet Chinas Küste

Der schwerste Taifun seit einem halben Jahrhundert hat an der Küste Ostchinas mehr als 100 Menschen getötet. Rund 200 Menschen werden noch vermisst.

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Ein leuchtender Himmel kündigt den Taifun an.

"Saomai" hinterließ in den Provinzen Zhejiang und Fujian eine Spur der Verwüstung. Mehr als 50.000 Häuser seien zerstört worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Vier Millionen Menschen seien von der Naturkatastrophe betroffen. Strom- und Telefonverbindungen brachen ab. 1,5 Millionen Menschen flüchteten vor dem Sturm, der Orkanböen und sintflutartige Regenfälle brachte.

Der Sturm war am Donnerstag (10.8.2006) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 216 Stundenkilometern auf die Südost-Küste Chinas getroffen. Beim Erreichen der Küste war "Saomai" stärker als ein Taifun, der im August 1956 in derselben Gegend eine Sturmflut auslöste und mehr als 3000 Menschen tötete.

450 Millionen Euro Schaden

Rund 210.000 Menschen litten in Zhejiang unter Trinkwassermangel. Etwa 50.000 Menschen waren durch Überschwemmungen oder Erdrutsche von der Außenwelt abgeschnitten. Der wirtschaftliche Schaden wurde in der Provinz auf 4,5 Milliarden Yuan (450 Millionen Euro) geschätzt. Der Sturm traf mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 216 Kilometern in der Stunde auf die Küste der dicht besiedelten Region um die Metropole Wenzhou. Zunächst war "Saomai" als Supertaifun in die höchste Kategorie Fünf eingestuft worden. Er hatte an der Küste immer noch Kategorie Vier - ähnlich wie Wirbelsturm "Katrina" in New Orleans.

Typhoon-Schäden in China

Fischer versuchen ihre Boote zu reparieren

Das Staatsfernsehen bezifferte den unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden durch den Taifun mit 11,3 Milliarden Yuan (1,1 Milliarden Euro). Im Bezirk Cangan waren zerstörte Felder, Strom- und Telefonleitungen zu sehen. Dachpfannen und

Ziegelsteine von zerstörten Häusern lagen verstreut herum. In den Dörfern versuchten Einwohner, Hilfe für Verletzte zu finden. Lastwagen verteilten Eis, mit dem offenbar Leichen gekühlt werden sollte.

Einsatz der Armee

"Ich habe seit Jahren keinen so starken Taifun mehr gesehen", sagte eine alte Frau. "'Das letzte Mal, dass wir so einen Sturm hatten, brach ein Damm und viele Menschen starben."

Bei den Rettungsarbeiten in Zhejiang und Fujian half auch die Volksbefreiungsarmee. Mit Bussen, Lastwagen und Autos waren viele Menschen vor dem Taifun aus der Gefahrenzone gebracht worden. Aber nicht alle der berichteten 1,5 Millionen Menschen sind von Rettern in Sicherheit gebracht worden, räumte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes von Zhejiang ein. "Wir schlagen einigen Leuten auch einfach vor, zu ihren Verwandten zu ziehen, die an einem sichereren Ort wohnen." Nicht immer müssten Menschen transportiert werden. Mit den Erläuterungen reagierte er auf die Verwunderung im Ausland, wie es China nach eigenen Angaben immer schafft, bei seinen Evakuierungen immer auf so hohe Zahlen zu kommen.

Warnung per SMS

In der Provinz Fujian schickten die Mobilfunkbetreiber 7,5 Millionen Kurznachrichten an ihre Kunden, um sie über die Gefahren durch den Taifun zu informieren. In Zhejiang waren es 2,2 Millionen SMS, wie chinesische Medien berichteten.

"Saomai" war bereits der achte schwere Sturm, der China in diesem Jahr erreichte. Durch Regenstürme, Erdrutsche und Überflutungen wurden hunderte Menschen getötet. Im vergangenen Monat starben durch den tropischen Sturm "Bilis" mehr als 600 Menschen, in der vergangen Woche 80 durch den Taifun "Prapiroon". Die Taifun-Saison dauert noch bis Oktober. (mik)

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