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Nahost

Schwerster Raketenangriff auf Israel seit Beginn des Konflikts

Nach den schwersten Luftangriffen auf den Südlibanon seit Beginn der israelischen Militäroffensive reagierte die Hisbollah am Sonntag mit den bisher blutigsten Raketenattacken auf Nordisrael.

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Israelische Soldaten hissen im Süden Libanons die israelische Flagge

Mindestens elf Israelis starben, als in Kfar Giladi nahe der libanesischen Grenze eine Rakete mitten in einer Menschengruppe einschlug. Weitere Menschen wurden verletzt.

Schwerer Hisbollahangriff auf Israel

Tote und Verletzte beim Hisbollah-Angriff auf die israelische Grenzstadt Kfar Giladi

Es war die höchste Zahl von Opfern bei einem einzelnen Angriff auf Israel seit Ausbruch der Kämpfe am 12. Juli. Die Geschosse der radikalislamischen Hisbollah aus dem Südlibanon waren innerhalb kurzer Zeit in einem Gebäude in der Ortschaft eingeschlagen. Seit Beginn der israelischen Offensive im Libanon feuerte die Hisbollah mehr als 2500 Raketen auf Israel ab.

Im Südlibanon wurden bei Bodenkämpfen nach israelischen Angaben insgesamt 19 Hisbollah-Kämpfer und ein israelischer Soldat getötet. Drei chinesische Blauhelmsoldaten wurden im Kreuzfeuer verwundet. Östlich der Hafenstadt Sidon kamen fünf libanesische Zivilisten im Bombenhagel ums Leben, als ihr Haus von einer israelischen Rakete getroffen wurde. Auch bei der libanesischen Arme gab es am Samstag erstmals einen Toten. Bei den schwersten Luftangriffen auf den Süden des Libanons schlugen am Samstag in Grenzdörfern binnen sieben Stunden 4000 Geschosse ein. Dabei wurden 15 Menschen verletzt.

UN-Resolutionsenwurf soll Waffenruhe bringen

Die Nachricht von dem bislang folgenschwersten Hisbollah-Raketenangriff auf Nordisrael platzte mitten in eine Beratung der israelischen Regierung über eine von Frankreich eingebrachte Resolution zur Beendigung des Krieges in Nahost. Zuvor waren in Israel ungewohnt positive Stimmen zu dem französisch-amerikanischen Entwurf für eine neue UN-Resolution zum Libanon laut geworden. Aus Jerusalem hieß es, der Vorschlag sei aus israelischer Sicht klar zu begrüßen. Kommentatoren sprachen von einer möglichen Waffenruhe noch in dieser Woche, sollte der Entwurf angenommen werden.

Libanon - Bombeneinschläge im Süden

Bombeneinschläge im Südlibanon

"Der Vorschlag sieht zu gut für Israel aus, als dass die Libanesen ihn akzeptieren könnten", meinte allerdings ein Jerusalemer Repräsentant der israelischen Zeitung "Jediot Achronot". Israel will daher auch nicht öffentlich zu enthusiastisch reagieren, um auf der libanesischen Seite keine weiteren negative Reaktion zu provozieren. Die libanesische Regierung sieht den von Frankreich eingebrachten Vorschlag skeptisch und forderte bereits Änderungen.

Die Hisbollah hat betont, sie werde keine Waffenruhe akzeptieren, solange noch ein israelischer Soldat auf libanesischem Boden stehe. Israel will seinerseits eine "Sicherheitszone" im Südlibanon behalten, bis eine internationale Truppe dort in Position geht. Man rechnet jedoch damit, das eine solche multinationale Truppe nicht bereit sein wird, in das Gebiet einzurücken, solange dort noch heftige Kämpfe Israels mit der Hisbollah toben.

"Nicht zu früh freuen"

Der Resolutionsentwurf fordert beide Seiten zur Beendigung der Gewalt auf. Er sieht eine bedingungslose Freilassung der am 12. Juli entführten israelischen Soldaten vor, legt jedoch gleichzeitig eine Lösung der Frage libanesischer Gefangener in Israel nahe. Die internationalen Grenzen des Libanon müssten festgelegt werden, insbesondere die umstrittenen Gebiete im Bereich der Scheeba-Farmen, wird in dem Text gefordert, ohne genaue Einzelheiten zu nennen. Um neue Feindseligkeiten zu verhindern, müsse zwischen der libanesischen Grenze und dem Litani-Fluss im Norden eine Zone geschaffen werden, in der nur die libanesische Armee und eine internationale Truppe Waffen tragen dürften - wie von Israel gefordert.

Der israelische Justizminister Chaim Ramon, Mitglied des so genannten Sicherheitskabinetts, bewertete den Text am Sonntag insgesamt positiv, bemängelte allerdings, er sei zu vage formuliert. Angesichts vieler offener Fragen betonte er, man dürfe sich in Erwartung einer Waffenruhe "nicht zu früh freuen". (je)

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  • Datum 06.08.2006
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