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Aktuell Nahost

Schwerste Kämpfe seit Jahren

Die Angriffe der israelischen Armee auf den Gazastreifen dauern an, ebenso der palästinensische Beschuss Israels. Es gibt Tote auf beiden Seiten.

Eine Rakete wird aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert (Foto: Reuters)

Gaza Luftangriffe Israel Palästina Hamas

Die Palästinenser haben erneut Ziele in Israel beschossen. Bei einem Raketenangriff wurden am Donnerstag nach israelischen Medienberichten drei Menschen getötet und weitere Personen verletzt. Die Rakete aus dem Gazastreifen habe den vierten Stock eines Wohngebäudes in der Stadt Kiriat Malachi direkt getroffen, hieß es. Die Stadt liegt etwa 25 Kilometer nördlich des Gazastreifens.

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Israel bombardiert Gaza erneut

Militante Palästinenser feuerten seit Mittwoch wieder Dutzende Raketen in Richtung Israel ab. Dort suchten Hunderttausende Menschen Zuflucht in Schutzräumen. In den Städten in Reichweite des Gazastreifens heulten am Donnerstag immer wieder die Sirenen.

Auch das israelische Militär setzte seine Luftangriffe auf den Gazastreifen fort. Allein seit Mitternacht wurden dort etwa hundert Ziele angegriffen, wie eine israelische Armeesprecherin bestätigte. Dabei gab es nach Angaben der in dem Küstenstreifen regierenden Hamas bislang 15 Tote und zahlreiche verletzte Palästinenser.

International wächst die Sorge

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Israel tötet Hamas-Militärchef

Beobachter sprechen von den schwersten Angriffen der letzten Jahre, die in ihrer Intensität an den Beginn des Gaza-Krieges 2008 erinnerten. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) beriet in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage im Nahen Osten. Eine von den arabischen Staaten geforderte Verurteilung Israels blieb dabei aber aus. Die US-Botschafterin bei den UN betonte dagegen Israels Recht zur Selbstbeteiligung.

In einem Telefonat sagte US-Präsident Barack Obama dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu die Unterstützung seines Landes zu. Er forderte allerdings, Israel müsse alles zum Schutz von Zivilisten tun. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte seine Sorge über die Eskalation der Gewalt und rief sowohl Israelis als auch Palästinenser zur unbedingten Zurückhaltung auf, wie sein Sprecher mitteilte.

Hamas-Militärchef gezielt getötet

Zum Auftakt der neuen Offensive namens "Säule der Verteidigung" hatte die israelische Luftwaffe am Mittwoch gezielt den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, und seinen Assistenten getötet. Vorausgegangen war ein seit Tagen anhaltender Beschuss Israels aus dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Küstengebiet am Mittelmeer.

Verteidigungsminister Barak sprach von vier Zielen der israelischen Militäraktion: Stärkung der israelischen Abschreckung, Zerstörung der Raketen-Infrastruktur im Gazastreifen, Schwächung terroristischer Gruppen und Schutz der israelischen Bevölkerung vor künftigen Raketenangriffen. Auch die Opposition unterstützte das Vorgehen der Regierung. Israel schließt eine Bodenoffensive im Gazastreifen inzwischen nicht mehr aus. Das Sicherheitskabinett gab Verteidigungsminister Ehud Barak bei einer Dringlichkeitssitzung grünes Licht für die Mobilisierung von Reservisten.

Die israelische Armee bezeichnete Al-Dschabari als "Terroristen Nummer eins" im Gazastreifen. Er sei auch an der Entführung des vor gut einem Jahr freigelassenen israelischen Soldaten Gilad Schalit in den Gazastreifen beteiligt gewesen. Auch andere Hamas-Führer seien nun vogelfrei. Der militärische Hamas-Arm im Gazastreifen sprach angesichts der Tötung von Al-Dschabari von einer "Kriegserklärung" und kündigte massive Rache an.

Tausende Palästinenser versammelten sich am Donnerstag in Gaza-Stadt zum Begräbnis von Al-Dschabari. Bewaffnete feuerten in die Luft, während der Leichnam durch die Straßen getragen wurde.

kis/hp (dpa, rtr, afp, dapd)

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