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Terrorismus

Schwerin: Terrorverdächtiger "fest im Visier"

Die Bundesanwaltschaft ist sicher: Der in Schwerin festgenommene Syrer wollte einen Terroranschlag mit möglichst vielen Toten verüben. Er kam vor zwei Jahren als Flüchtling nach Deutschland. Gegen ihn erging Haftbefehl.

Deutschland Schwerin Festnahme Terrorverdächtiger (picture-alliance/dpa/B. Wüstneck)

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"Die Festnahme zeigt, dass wir Personen, bei denen es Anhaltspunkte dafür gibt, dass von ihnen eine konkrete Gefahr ausgeht, fest im Visier haben", betonte der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier. Wie er mitteilte, kam der am Dienstagmorgen unter Terrorverdacht in der Landeshauptstadt festgenommene Yamen A. im Herbst 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Im Februar 2016 habe er in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag gestellt. Seit April 2016 sei der Syrer im Besitz einer befristeten Aufenthaltserlaubnis gewesen, erläuterte Caffier.

Gegen den Terrorverdächtigen wurde am Mittwoch Haftbefehl erlassen. Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof ordnete für den 19-jährigen Syrer Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat an, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Sie wirft Yamen A. vor, einen schweren Anschlag vorbereitet und dafür Chemikalien im Internet bestellt zu haben. Über soziale Netzwerke habe er mit einem Anhänger der Extremistenmiliz IS sowie weiteren Islamisten in Kontakt gestanden.

Konkrete Vorbereitungen

Nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat der Syrer seit Juli einen Bombenanschlag geplant und bereits konkret vorbereitet. Sein Ziel sei es gewesen, möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen. Im Zusammenhang mit der Festnahme von Yamen A. gab es in insgesamt drei Wohnungen in Schwerin und auch in Räumen in Hamburg Durchsuchungen. Nach Auskunft eines Polizeisprechers deuten sichergestellte Utensilien auf den geplanten Bau eines Sprengsatzes mit großer Wirkung hin. Hinweise auf ein konkretes Anschlagsziel gab es dem Vernehmen nach nicht.

Thomas de Maiziere (Reuters/H. Hanschke)

Bescheinigte den Ermittlern "hervorragende Arbeit": Thomas de Maizère

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte, es sei gelungen, einen "schweren Terroranschlag in Deutschland" zu verhindern. Der Zugriff habe offenkundig zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden: "Spät genug, um Beweise zu sichern und gleichzeitig früh genug, um die Gefahr zuverlässig zu bannen." De Maizières Angaben zufolge hatte die Überwachung der Internetkontakte des Syrers auf dessen Spur geführt.

Der junge Mann soll über das Internet auch Kontakt zu einer Person gehabt haben, die sich selbst als "Soldat des Kalifats", also als Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), bezeichnete. "Wir wissen aber nicht, wer diese Person ist, und wir wissen nicht, ob er ihn (den Festgenommenen) in seinen Plänen bestärkt hat", so die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler.

wa/fab/kle (dpa, rtr)

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