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Europa

Schweres Zugunglück in Südtirol

Bei einem Bahnunglück in Norditalien sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Ein Erdrutsch hatte eine Regionalbahn zum Entgleisen gebracht. Die Ursache dafür war offenbar eine geplatzte Wasserleitung.

Zugunglück in Italien (Foto: dpa)

Schlamm- und Geröllmassen warfen die Regionalbahn aus den Schienen

Der Regionalzug war am Montag (12.04.2010) in der Region Meran im Norden Italiens von herabstürzenden Schlamm- und Gesteinsmassen in einem Tal erfasst und aus den Schienen geworfen worden. Das Zugunglück hat mindestens neun Menschen das Leben gekostet, wie der Chef der örtlichen Bahngesellschaft, Helmuth Moroder, einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge mitteilte. Mehr als 20 Personen sollen verletzt worden sein.

"Ein Wagen wurde bei dem Sturz direkt getroffen", sagte der Bozener Rettungshelfer Florian Schrofenneger dem italienischen Fernsehsender Sky TG24. Die Feuerwehren sicherten den Waggon mit einem Flaschenzug. Die Hilfsmannschaften schließen weitere Todesopfer nicht aus. Die Leichen mussten aus den Schlamm- und Geröllmassen geborgen werden. Auf der anderen Seite der Gleise verläuft der Fluss Etsch. Bäume in der Nähe des Gleises sollen verhindert haben, dass der erste von zwei Waggons in das Kiesbett des Etsch gedrückt wurde.

Geplatzte Wasserleitung offenbar Ursache

Feuerwehr und Hilfsmannschaften im Einsatz (Foto: dpa)

Feuerwehr und Hilfsmannschaften bei den Bergungsarbeiten am Unglücksort

Augenzeugen berichten, dass Rettungshubschrauber pausenlos im Einsatz seien. Zivilschutz und Feuerwehren leisteten Erste Hilfe. Markus Perwanger vom Studio Bozen des Senders Rai sagte, nach seinen Informationen könnte eine Beregnungsleitung eines Obstanbaugebietes oberhalb der Schlucht über Nacht geplatzt sein und das ausströmende Wasser das Gelände aufgeweicht haben. Das habe möglicherweise die Schlamm- und Geröllmassen ausgelöst. Darauf ließen auch erste technische Überprüfungen am Unfallort schließen.

Auch Verkehrsminister Altero Matteoli sagte dem Sender Sky TG24, dass der Erdrutsch durch das Bersten eines Wasserrohrs im Berghang direkt neben der Bahnstrecke ausgelöst worden war. Einer der beiden Dieseltriebwagen des Zuges sei unter einem Schutthaufen begraben, sagte Matteoli. "Niemand kann wissen, ob sich darunter weitere Verletzte oder sogar Tote befinden", zitierte ihn die italienische Nachrichtenagentur Apcom. So war zunächst von sieben Toten die Rede. Ob auch deutsche Touristen in dem Regionalzug waren, war zunächst unklar.

Zug in enger Schlucht erfasst

Die Schlammmassen erfassten den Regionalzug R108 gegen 9.00 Uhr auf dem Weg von Malles nach Meran in einer engen Schlucht. Die angrenzende Straße wurde gesperrt, damit die Rettungsmannschaften zu dem Unfallort gelangen können. Die eingleisige Bahnlinie, auf der sich das Unglück ereignete, gehört zu den modernsten Südtirols.

Autorin: Naima El Moussaoui (apn, afp, dpa)

Redaktion: Ursula Kissel

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