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Asien

Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Ein Beben der Stärke 8,8 hat in Japan erste Todesopfer gefordert. Die Hafenstadt Sendai und die Ostküste wurden von meterhohen Tsunami-Flutwellen getroffen, in Tokio schwankten Häuser, Feuer brachen aus.

Autos in den Fluten (Foto: AP)

Autos wurden weggeschwemmt

Der Nordosten Japans ist am Freitag (11.03.2011) von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Ersten Berichten zufolge löste das Beben bis zu zehn Meter hohe Flutwellen aus. Dabei seien der Agentur Jiji zufolge mehrere Menschen getötet worden. Zudem kam es zu Erdrutschen, durch die zahlreiche Menschen verschüttet wurden. In der Hafenstadt Sendai wurden Autos von den Wassermassen weggespült.

Luftaufnahme zeigt Fluwelle, die Häuser überspült (Foto:NHK TV/AP/dapd)

Fernsehbilder zeigen den Verwüstungsweg der Flutwelle

Hochhäuser in Tokio wankten

Auch die Hauptstadt Tokio war von dem Beben betroffen: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji wurden zahlreiche Brände gemeldet. Laut Feuerwehr stürzten Dächer ein, dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Viele Hochhäuser kamen ins Wanken.

Der Flughafen der Hauptstadt, Narita, wurde gesperrt und die U-Bahn sowie die Nahverkehrszüge ausgesetzt. "Es bebt die ganze Zeit", sagte der Leiter des Goethe-Instituts in Tokio, Raimund Wördemann, der Nachrichtenagentur dpa. Auch in anderen Teilen des Landes musste der Flug- und Zugverkehr eingestellt werden. Alle Häfen wurden geschlossen.

Immer wieder Nachbeben

Karte von Japan mit den Städten Tokio und Sendai (Grafik: DW)

Das Epizentrum lag östlich der Hafenstadt Sendai

Das Erdbeben ereignete sich gegen 14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ) und hatte nach Angaben des US-Erdbebenzentrums eine Stärke von 8,8. Das Epizentrum des Erdbebens lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich von Tokio.

Fast zwei Stunden später gab es nach Angaben des Senders NHK im Norden Japans ein starkes Nachbeben. Auch aus Tokio wurden Erdbewegungen gemeldet.

Börsenkurse fallen

Das Beben hatte auch Auswirkungen auf die Tokioter Aktienbörse. Der Betrieb der Börse ging zwar zunächst weiter, aber die Anleger versuchten, ihr Risiko zu reduzieren und investierten umgehend in als sicher geltende Staatsanleihen, während die Landeswährung nachgab. Der Nikkei-Index fiel um 1,7 Prozent auf 10.254 Punkte.

Westerwelle sichert Hilfe zu

Hafengebiet mit umgestürzten Schiffen (Foto: NHK TV/AP/dapd)

Schiffe wurden aufs Land gespült

Außenminister Guido Westerwelle hat Japan sofortige Unterstützung zugesichert. "Wenn Hilfe erforderlich sein sollte, werden wir Deutschen natürlich unserem Partnerland Japan zu Hilfe kommen", sagte er im ZDF. Obwohl das asiatische Land auf Erdbebenkatastrophen gut eingestellt sei, sei ein so schweres Beben auch für Japan ein "Schicksalsschlag".

Nach einer Krisensitzung der Regierung in Tokio rief Ministerpräsident Naoto Kan die Menschen zur Ruhe auf. Zudem ordnete er an, dass das Militär die größtmöglichen Anstrengungen unternimmt, um auf das Beben zu reagieren.

Tsunami-Warnung für die Pazifik-Region

Unterdessen hat das Pazifische Tsunami-Warnzentrum in Hawaii seine Warnungen auf praktisch alle Küstengebiete am Pazifik ausgedehnt. Zunächst wurden Flutwellen in Russland, den Marcus-Inseln sowie den nördlichen Marianen erwartet. Auch Indonesien und Taiwan gaben Tsunami-Warnungen heraus. Inzwischen befürchtet das Tsunami-Warnzentrum Flutwellen im gesamten Pazifik-Raum - mit Ausnahme von Kanada und dem US-Festland.

Karte des Pazifik-Gebietes mit den Kontinenten Asien, Australien sowie Nord- und Südamerika (Grafik: DW)

Für über 20 Länder gilt die Tsunami-Warnung

Japan liegt im sogenannten "Feuerring", einer Weltgegend mit zahlreichen Vulkanen, in der sich 90 Prozent aller weltweiten Erdbeben ereignen.

Autoren: Dirk Eckert/Marion Linnenbrink (afp, dapd, dpa, rtr)

Redaktion: Rainer Esser

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