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Aktuell Welt

Schwerer Terroranschlag auf Kontrollposten im Süden von Bagdad

Der Südirak wird von einem weiteren Attentat erschüttert: Im von Schiiten dominierten Hilla riss ein Extremist mindestens 36 Menschen mit in den Tod. Premier Al-Maliki richtete schwere Vorwürfe gegen Katar und Saudis.

Der Selbstmordattentäter habe seinen Wagen, vermutlich einen Minibus, bis oben hin mit Sprengstoff und Benzin gefüllt und sich dann an dem Kontrollpunkt in der Stadt Hilla mitten in den Fahrzeugkolonnen in die Luft gesprengt. Die lokalen Behörden berichteten zuletzt von insgesamt mindestens 37 Todesopfern und mehr als 115 Verletzten.

Der Checkpoint der irakischen Sicherheitskräfte war zum Zeitpunkt der Explosion stark frequentiert. So weit man die Lage überblicken könne seien mindestens 15 Wachposten und 21 Zivilisten umgekommen, viele davon in ihren Pkws verbrannt, teilten Polizeioffiziere mit.

Das vor allem von Schiiten bewohnte Hilla liegt rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad, an der Straße nach Nadschaf, einem schiitischen Heiligtum.

Geld und Waffen für Sunniten?

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki beschuldigte das Nachbarland Saudi-Arabien und das Golfemirat Katar, sein Land durch Terrorismus destabilisieren zu wollen. Die sunnitischen Länder würden im Irak aktive Terroristen politisch und medial unterstützen und sie mit Geld und Waffen versorgen, sagte Al-Maliki, ein Schiit, dem französischen Nachrichtensender France 24. "Ich beschuldige sie, einen offenen Krieg gegen die irakische Regierung zu führen", fügte er hinzu.

Bei weiteren Überfälllen nahe Bagdad auf Sicherheitskräfte und Angestellte einer staatlichen Ölgesellschaft wurden am Sonntag laut Polizei sechs weitere Menschen getötet. All diese Terrorangriffe tragen die Handschrift sunnitischer Extremisten. Sie werfen der Führung in Bagdad vor, die Sunniten politisch und ökonomisch zu benachteiligen und richten ihren Angriffe oft auf Staats- und Polizeieinrichtungen oder belebte öffentliche Plätze und Märkte.

Die Zahl der Terrorakte ist im Irak in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Allein im Januar und Februar wurden mehr als 1400 Menschen umgebracht. Beobachter führen das neben dem Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten auch auf den Bürgerkrieg in Syrien zurück. Offensichtlich sind für die Anschläge auch radikale Gruppen verantwortlich, die im Nachbarland kämpfen.

SC/gmf (APE, afpe, rtre, dpa)