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Aktuell Nahost

Schwerer Selbstmordanschlag gegen Iraks Armee

Die irakische Armee will die IS-Milizen aus dem Westen des Landes vertreiben - und stößt auf massive Gegenwehr. Bei einem Selbstmordanschlag mit einem sprengstoffbeladenen Panzer wurden mehr als 40 Soldaten getötet.

Der Angriff galt dem Stützpunkt Muthanna, südlich der Stadt Samarra. Mindestens 35 weitere Soldaten seien verletzt worden, hieß es in Kreisen der Polizei und des Militärs. Der mit Sprengstoff beladene Panzer sei in die Anlage eingedrungen. Samarra liegt südlich der Stadt Tikrit, die im März mit Hilfe von Offizieren der iranischen Revolutionsgarden vom IS zurückerobert wurde.

Die nächstgrößere Stadt westlich des Stützpunktes ist Ramadi, die Hauptstadt der Provinz Anbar. Ramadi war vor etwa zwei Wochen in die Hand der Extremisten des "Islamischen Staats" gefallen. Erst vor wenigen Tagen leitete die irakische Armee eine Operation zur Rückeroberung der Provinz Anbar ein.

Treffen der Anti-IS-Koalition in Paris

Anbar ist überwiegend von Sunniten bewohnt, die sich viele Jahre von der schiitisch dominierten Führung in Bagdad benachteiligt fühlten. IS-Milizen fanden deshalb Unterstützung bei einigen lokalen Stämmen.

Die neuen Erfolge des IS im Irak und in Syrien sind auch Thema beim Treffen der internationalen Koalition, die beide Länder im Kampf gegen die Terrorgruppe unterstützt. An diesem Dienstag kommen hochrangige Vertreter der beteiligten Länder in Paris zusammen, unter ihnen auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

Den IS militärisch und politisch bekämpfen

Insgesamt gehen rund 40 Länder gegen den IS vor, darunter auch sunnitische arabische Staaten. Nicht jede Nation greift dabei militärisch ein. Der Kampf gegen die Terrormilizen läuft auch über die politische Stabilisierung der irakischen Zentralregierung und die Austrocknung der Finanzströme des IS.

Nach US-Angaben haben bis Mai zwölf Länder mehr als 3600 Luftangriffe im Irak und in Syrien geflogen. Deutschland hat bislang vor allem mit Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak einen Beitrag geleistet. Die Bundeswehr lieferte den Peschmerga-Kämpfern unter anderem Gewehre, Panzerabwehrwaffen, Panzerfäuste und Handgranaten. Soldaten wiesen kurdische Kämpfern vor Ort in die Bedienung ein.

cw/gri (dpa, rtr)