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Fußball

Schwerer Schlag für den afrikanischen Fußball

Der Anschlag auf die Fußballer Togos in Angola verweist auf Fehler und Versäumnisse der Organisatoren des Afrika-Cups. Deswegen darf aber nicht wieder über die WM in Südafrika diskutiert werden, findet Stefan Nestler.

Togo Mannschaftsbus wird eskortiert (Foto: ap)

Eskorte nach dem tödlichen Anschlag auf Togos Nationalelf

Der Rebellenangriff auf die Nationalmannschaft Togos in Angola ist ein schwerer Schlag für den afrikanischen Fußball. Fast reflexartig wird nun wieder über die Fähigkeit von Ländern des schwarzen Kontinents diskutiert, bei sportlichen Großereignissen für Sicherheit zu sorgen. Teilweise zu Recht, teilweise zu Unrecht.

Bedrohung unterschätzt

Zu Recht, weil sich der afrikanische Fußballverband CAF in der Tat fragen lassen muss, warum er das wichtigste Turnier des Kontinents ausgerechnet nach Angola vergibt. Die Lage in dem Land hat sich nach dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 zwar deutlich entspannt, doch gibt es nach wie vor unsichere Gebiete. Warum mussten die Organisatoren des Afrika-Cups Spiele des Turniers ausgerechnet in der Unruhe-Region Cabinda ansetzen? Die dort für die Unabhängigkeit kämpfenden Rebellen, die den Bus der Mannschaft Togos angriffen, behaupten, sie hätten die Regierung gewarnt. Offenbar ist die Bedrohung unterschätzt worden.

Schatten über dem Afrika-Cup

Der Vorwurf der angolanischen Seite an das Team Togos, Sicherheitshinweise ignoriert zu haben, wirkt wenig überzeugend. Hätten die Organisatoren eindringlich genug gewarnt, wäre die Mannschaft Togos wohl kaum mit dem Bus Richtung Cabinda angereist. Das erhoffte Fußballfest kann der Afrika-Cup in Angola nach dem blutigen Anschlag nicht mehr werden. Die Toten und Verletzten von Cabinda werden wie ein Schatten über dem Turnier liegen.

Südafrika ist nicht Angola

Aus den Fehlern und Versäumnissen in Angola jedoch darauf zu schließen, dass auch bei der am 11. Juni beginnenden Weltmeisterschaft in Südafrika die Sicherheit nicht gewährleistet sein kann, ist ein unzulässiger Schluss. Die politische Lage in beiden Ländern lässt sich nicht miteinander vergleichen. Vor der WM in Deutschland 2006 wäre auch niemand auf die Idee gekommen, das Turnier in Frage zu stellen, wenn in einem anderen europäischen Land ein Anschlag verübt worden wäre. Die WM-Gastgeber in Südafrika können nichts für die Fehler anderer afrikanischer Staaten. Allerdings können und sollten sie aus ihnen lernen.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Calle Kops

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